Madonna Beritola.
133
Angst gewesen waren. Er erzählte ihnen, was ihm be-gegnet war, und es ward auf den Rath des Wirthes fürgut befunden, daß er Neapel sogleich verlassen sollte. Sothat er denn auch schleunig und kehrte nach Perugia zu-rück, nachdem er das Seinige, statt Pferde zu kaufen,wie seine Absicht gewesen, in einem Ringe angelegt hatte.
Sechste Geschichte.
Madonna Beritola vertiert ihre zwei Söhne, wird dann mit zweikleinen Rehen auf einer Insel gefunden und geht nach Lunigiana.Hier tritt einer ihrer Söhne bei dem Landcsherrn in Dienste, be-schicht dessen Tochter und wird gefangen gesetzt. Inzwischen em-pört sich Sicilien gegen den König Karl, der Sohn wird vonseiner Mutter erkannt und heirathet die Tochter seines Herrn; derBruder findet sich ebenfalls wieder, und Beide werden wieder vor-nehme Leute.
§)ie Damen und die jungen Männer hatten gleichmäßigüber die Abenteuer des Andreuccio, die Fiammetta erzählthatte, gelacht, und Emilie begann, als die Geschichte be-endigt war, auf Befehl der Königin also: „Bitter undbeschwerlich sind uns die mannichsachen Wechsel des Glückes,und wir können nicht von ihnen reden hören, ohne daßunsere Seelen von dem Schlummer, in den sie leicht beiseinen Gunstbezeugungen verfallen, erweckt werden. Des-halb meine ich auch, daß Glückliche sowol als Leidendegerne solchen Erzählungen zuhören sollten, welche die Erstenlehre, aus ihrer Hut zu sein und die Letzteren trösten. Undso will ich Euch denn, so Erstaunliches auch von meinenVorgängern gesagt worden ist, eine Geschichte erzählen,die nicht minder wahr als rührend ist, und in der die Lei-