Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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131
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Andreuccio in Neapel.

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Mann hineinkriechen konnte, und stützten ihn so dann auf eineneisernen Pflock. Darauf sagte der Eine:Wer soll dennaber nun hinein?"Ich nicht," entgegnen der Andere.Ich mag auch nicht," sagte der Erste;Andreuccio kannja hineinkriechen."Das werde ich wol bleiben lassen,"sagte dieser.Wie?" antworteten die Beiden;Du hastkeine Lust hineinzugehen? Wahrhaftig, Du sollst hinein,oder wir werden Dir mit einer von diesen Eisenstangensoviel auf den Kopf geben, daß Du tobt liegen bleibensollst." Andreuccio mußte nun aus lauter Furcht wolhineinkriechen; als er aber drinnen war, dachte er bei sichselbst:Die haben mich hereingeschickt, um mich zu betrü-gen; denn, sobald ich ihnen Alles hinausgegeben habe,und dann mühsam wieder aus dem Sarge krieche, werdensie hingehen, wohin sie Lust haben, und mir wird garnichts übrig bleiben." So beschloß er denn, im Vorausfür sich selber zu sorgen, und dachte dabei an denkostbarenRing, von dem er reden gehört hatte. Diesen also zoger der Leiche des Erzbischofs, sowie'er sie erreicht hatte,vom Finger und steckte ihn sich selber auf. Dann gaber Jenen Bischofstab und Mütze und Handschuh, ent-kleidete dis Leiche bis aufs Hemde, reichte ihnen Allesheraus und sagte, weiter sei nichts da. Die Anderenversicherten, der Ring müsse da sein, und hießen ihnüberall suchen, er aber gab vor, ihn nicht zu finden, stelltesich, als suche er ihn, und hielt sie eine Weile hin. Jeneaber, die draußen geblieben, waren eben so schlau als er,trieben ihn ferner zum Suchen an und zogen zu gelegenerZeit den Pflock weg, der den Deckel emporhielt, und ent-flohen dann, wahrend jener in dem Grabmale eingeschlos-sen blieb.

Wie dem Andreuccio dabei zu Muthe wurde, kannsich ein Jeder denken. Zwar versuchte er zu wiederholtenMalen, mit Kopf und Schultern den Deckel emporzu-heben; doch war alle Müh' umsonst, und er siel endlich,vom Schmerze übermannt, auf den tobten Körper des