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1 (1843)
Entstehung
Seite
130
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130 Zweiter Tag. Fünfte Geschichte.

um ihren Durst zu löschen, sie gesehen hätten. Inzwi-schen hatte sich Ändreuccio gewaschen und zog an demStricke, Jene aber legten ihre Schilde, ihre Waffen undRöcke ab und singen, in der Meinung, daß an demStricke der volle Eimer befestigt sei, emporzuwinden an.Wie Ändreuccio dem Brunnenrande nahe war, ließ erden Strick los und faßte jenen mit beiden Händen; dieHäscher aber erschraken darüber so sehr, daß sie, ohne einWort zu sagen, den Strick fahren ließen und, so schnellsie nur konnten, davon liefen. Ändreuccio wußte sich dasnicht zu erklären, und, hätte er sich nicht so fest gehal-ten, so wäre er gewiß hinuntergestürzt und hätte sich ver-muthlich stark beschädigt, wenn er anders mit dem Lebendavon gekommen wäre. So aber kletterte er heraus understaunte nur noch immer mehr, als er jene Waffen fand,von denen er wußte, daß seine Gesellen dergleichen nichtgetragen hatten.

In solchen Zweifeln und Ungewißheit schalt er aufsein Schicksal und beschloß, ohne daß er von den Sachenetwas angerührt hätte, den Ort zu verlassen, obgleich ernicht wußte, wohin er gehen sollte. Unterwegs begegnetenihm indeß die beiden Gesellen, die eben zurückkamen, umihn aus dem Brunnen zu ziehen, und nun, wie sie ihnansichtig wurden, verwundert ihn fragten, wie er heraus-gekvmmen sei. Ändreuccio sagte ihnen, er wisse esselber nicht, und erzählte ihnen der Reihe nach, was sichzugetragen und was er außerhalb des Brunnens gefundenhabe. Dadurch erriechen Jene lachend den Zusammen-hang der Sache und sagten ihm, warum sie geflohenwären und wer es gewesen sei, der ihn heraufgezogen. Dainzwischen Mitternacht herangekommen war, gingen sie,ohne mit weiteren Gesprächen sich aufzuhalten, gerades-wegs nach der Hauptkirche, öffneten mit geringer Mühedie Thüren, hoben, bei dem großen marmornen Denk-male angelangt, den Deckel desselben, so schwer er war,mit ihren Brecheisen weit genug in die Höhe, daß ein