Andreucclo in Neapel.
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und ihre eigne Ehre zu achten, mit ihm so vertraut, daßich auf die Welt kam und so geworden bin, wie Du michsiehst. Dann aber traten Umstande ein, um derentwillenPietro Palermo verließ und nach Perugia zurückkehrte, undso ließ er mich denn als ein kleines Kind mit meinerMutter zurück und hat sich, so viel mir bekannt gewor-den ist, seit der Zeit weder um sie noch um mich be-kümmert. Ware er nicht mein Water, so würde ich ihnwegen dieses Betragens auf das ernstlichste tadeln, wennich, der Liebe zu geschweigen, die er für mich als seineTochter, welche ihm von keiner Magd und von keinemgemeinen Weibsbilde geboren, hatte hegen sollen, nur seineUndankbarkeit gegen meine Mutter bedenke, die allein vontreuer Liebe bewogen, und selbst ohne zu wissen, wer erwäre, sich und zugleich Alles, was ihr gehörte, seinenHänden anvertraute. Doch, was hilft das? Was einmalversehen ist, besonders, wenn es vor langer Zeit geschah,ist viel leichter zu tadeln, als zu bessern. Genug, es warso. Er ließ mich als ein kleines Kind, in Palermo zurück,und da bin ich denn ziemlich so weit herangewachsen, alsDu mich siehst, bis meine Mutter mich an einen Gir-gentiner, einen guten Mann von edlem Hause, verheirathete,der, meiner Mutter und mir zu Liebe, auch nach Palermozog. Weil aber mein Mann sehr guelsisch gesinnt ist, soließ er sich in geheime Verständnisse mit unsrem KönigKarl ein. Ehe diese indeß noch zur Ausführung gebrachtwerden konnten, hatte König Friedrich schon Nachrichtdavon bekommen, und wir mußten fliehen, wie ich ebendachte, die erste Dame zu werden, die jemals auf jenerInsel gelebt hat. So nahmen wir denn das Wenige mituns, das wir erlangen konnten, denn wenig war es inVergleich mit dem Vielen, das wir besessen hatten, ließenHerrschaften und Paläste zurück und flüchteten uns hier-her, wo König Karl sich gegen uns so dankbar beweist,daß er uns einen Theil des Schadens vergütet, den wirum seinetwillen erlitten, und Landgüter und Hauser inDckameron. I. 6