Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
115
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Landolfo Ruffolo's Schiffbruch. 115

und erschrocken; er ober hatte die Sprache ganz und fastauch das Gesicht verloren, konnte ihr also nichts sagen.Dennoch warf ihn das Meer gegen das Land, und dieFrau erkannte nun die Gestalt der Kiste; dann blickte sieaufmerksamer hin und ward zuerst die Arme gewahr, dieüber die Kiste reichten, fand alsdann das Gesicht herausund errieth endlich die Wahrheit. Sein Zustand erregte ihrMitleid, sie ging ein paar Schritte in das Meer hinein,das inzwischen sich beruhigt hatte, und zog ihn mit derKiste bei den Haaren ans Land. Mit Mühe machte sieseine Hände von der Kiste los, lud diese ihrer kleinenTochter, die bei ihr war, auf den Kops und trug ihnselber, wie ein kleines Kind, nach dem Orte. Hierbrachte sie ihn in ein Bad und rieb und wusch ihn solange mit warmen Wasser, bis die entwichene Warmeund ein Theil der verlorenen Kräfte in den Körper wiederzurückkehrten. Wie es ihr Zeit zu sein schien, nahm sieihn wieder heraus, erquickte ihn mit etwas gutem Weinund Gebackenem und pflegte ihn nach ihrem Vermögeneinige Tage lang so gut, daß er wieder Kräfte gewannund sich bewußt wurde, wo er sei.

Da glaubte die gute Frau, es sei nun an der Zeit,ihm die Kiste, die ihn gerettet, wiederzugeben und ihmzu sagen, daß er ferner für sich sorgen möge. So thatsie denn auch, und Landolfo, der sich an die Kiste nichtmehr erinnerte, nahm sie dennoch an, als die gute Frausie ihm brachte, und meinte, wenn sie auch noch so wenigwerth wäre, könnte sie ihm doch auf einen oder den an-dern Tag seinen Unterhalt verschaffen. Als er sie abersehr leicht fand, gab er diese Hoffnung fast wieder auf,bis er eines Tages, als seine Wirkhin nicht zu Hausewar, um zu sehen, was in jener enthalten sei, sie auf-brach und darin viele lose und gefaßte Edelsteine fand,deren hohen Werth er sogleich erkannte, da er dergleichenDinge einigermaßen zu beurtheilen wußte. Da wurde erwieder froh und dankte Gott, daß Er ihn noch nicht ganz