Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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114
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114 Zweiter Tag. Vierte Geschichte-

von Wind und Wellen bald hier und bald dorthin ge-trieben ward.

Als der Tag endlich angebrochen war und Landolfosich in der Runde herumsah, erblickte er nichts Anderes,als Wolken und Meer und eine Kiste, die zu seinemgroßen Schrecken ihm mehrmals so nahe kam, daß erfürchtete, sie möchte auf ihn stoßen und ihn verletzen, wes-halb er sie auch jedes Mal aus allen Kräften, obwol diesegering waren, mit der Hand von sich stieß. Demohn-geachtet aber geschah es, daß ein Windknoten sich plötzlichin der Lust entwickelte, auf das Meer niederfuhr und dieKiste so gewaltig traf, daß sie, gegen das Bret geschleu-dert, auf dem Landolfo saß, dieses und mit ihm denLandolfo tief unter das Wasser stieß. Als der Letzte, demdie Furcht neue Kräfte lieh, schwimmend wieder empor-kam, sah er sein Bret weit von sich hinweggerissen, sodaßer fürchten mußte, nicht mehr zu ihm gelangen zu können;er wandte sich also zu der Kiste, die ihm ziemlich nahewar, legte sich mit der Brust auf den Deckel derselbenund hielt sie, soviel es gehen wollte, mit den Armen auf-recht. In dieser Stellung mußte er, von dem Meerebald hier- und bald dorthin geworfen, ohne Speise, dennwo hatte er sie hernehmen sollen, doch mit mehreremTrünke, als er wol gewünscht hatte, ohne zu wissen, woer sich befinde, und ohne etwas Anderes als Meer zusehen, diesen ganzen Tag und die folgende Nacht aushalten.

Den Tag darauf endlich gelangte er durch GottesWillen, oder durch die Kraft der Winde getrieben, vomWasser durchdrungen wie ein Schwamm, und die Ränderder Kiste nach Art der Leute, die im Begriffe zu ertrin-ken, sich an Etwas anhalten, umklammernd, an das Uferder Insel Corfu, wo zum Glücke ein armes Weib ihrKüchengeschirr eben mit dem Sande und dem salzigenSeewasser wusch und blank machte. Als diese ihn derKüste nahe kommen sah und nicht vermochte, die mensch-liche Gestalt an ihm zu erkennen, floh sie anfangs schreiend