Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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113
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Landolfo Ruffolo's Schiffbruch. 113

schiffe aber ließen sie theils von den Booten ziehen, theilskam ihnen das Meer selbst zu Hülfe, sodaß sie bis ganznahe zu dem Fahrzeuge Laudolfo's gelangten und dies mitgeringer Mühe und in kurzer Zeit Wegnahmen, ohnevon den Rudersclaven, die sich darauf befanden, einenMann zu verlieren und ohne einigen Widerstand zu fin-den. Den Landolfo selber brachten sie auf eines ihrerSchiffe, plünderten sein kleines Fahrzeug völlig aus undversenkten es dann, wahrend seinem ehemaligen Eigen-thümer nichts als eine ärmliche Jacke blieb.

Den Tag darauf änderte sich der Wind; die Schiffesegelten gegen Westen und verfolgten während des ganzenTages glücklich ihre Reise; gegen Abend aber erhob sichein heftiger Sturm, das Meer ging hoch und die beidenSchiffe wurden voneinander getrennt. Von der Gewaltdieses Windes wurde das, auf welchem sich der armeunglückliche Landolfo befand, in der Nähe der Insel Ce-falonia mit größter Heftigkeit auf eine Sandbank ge-schleudert, daß es nicht anders als ein Glas, das widerdie Mauer geworfen wird, gänzlich voneinander ging undzerschellte. Waaren aller Art, Kasten und Breter bedeck-ten bereits schwimmend das ganze Meer, und so suchtedenn, wie es in dergleichen Fällen zu geschehen pflegt, ob-gleich es finstere Nacht war, wer von den armen Schiff-brüchigen zu schwimmen wußte, einen von den Gegen-ständen zu ergreifen, die von ohngefähr in seine Nähe kamen.Obgleich nun unser unglücklicher Landolfo Tages zuvoroftmals den Tod gerufen und ihn in seinen Gedanken derHeimkehr als Bettler vorgezogen hatte, so erschrak er dochvor ihm, als er ihn jetzt vor sich sah, und ergriff, gleichden Andern, ein Bret, dessen er habhaft wurde, in derHoffnung, daß Gott ihm vielleicht, wenn er sich eine Zeit-lang vor dem Ertrinken schützen könnte, noch zur Rettungverhelfen werde. So hielt er sich die Nacht hindurch, sogut er konnte, reitend auf dem Brete, während dieses