Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

H2 Zweiter Tag. Vierte Geschichte.

bei dem Handel gethan hatte. Er plünderte und nahmim Verlauf eines Jahres so viel türkische Schiffe, daß ernicht allein so viel, wie er als Kaufmann verloren, wieder-gewonnen, sondern seinen damaligen Besitz noch um Vielesvermehrt hatte. Der Schmerz über sein erstes Unglückindeß hatte ihn so sehr gewitzigt, daß er, um nicht einemzweiten zu unterliegen, mit sich selber einig wurde, waser besitze, müsse ihm, ohne nach Mehrerem Verlangen zutragen, nun genügen.

So entschloß er sich denn, mit dem Erworbenen nachHause zurückzukehren, und, einmal gegen die Waarenmistrauisch gemacht, wollte er sich auch nicht darauf ein-lassen, sein Geld anderweitig anzulegen, sondern rudertemit demselben Fahrzeug, das ihm zu seinem Gewinnsteverholfen, gradeswegs nach Hause. Als er indeß schonim Archipel angelangt war, erhob sich eines Abends einheftiger Sirocco, der nicht allein der Fahrt entgegen war,sondern auch das Meer so hoch trieb, daß Landolfo mitseinem kleinen Schiffe die offne See nicht halten konnteund genöthigt war, sich zum Schutze vor jenem Windein einen Meerbusen zu flüchten, den eine kleine Inselbildete, um dort besseres Wetter abzuwarten.

In dieselbe Bucht flüchteten sich bald darauf mit ge-nauer Noth zwei große genuesische Lastschiffe, die von Con-stantinopel kamen und derselben Gefahr zu entgehen such-ten, vor welcher Landolfo geflohen war. Als die Eigen-thümer jener Schiffe das kleine Fahrzeug erblickten underfuhren, wem es gehöre, beschlossen sie, über Landolfo'sReichthümer bereits durch den Ruf belehrt, ihrer geld-gierigen und räuberischen Gesinnung zufolge, sich es zuzu-eignen. Zum Entfliehen hatten sie ihm bereits den Wegabgeschnitten, und so setzten sie denn Einige von ihrerMannschaft ans Land und schickten diese, wohl bewaffnetund mit Armbrüsten versehen, an einen Platz, von woaus sie Allen auf Landolfo's Schiffe, die nicht erschossensein wollten, das Landen verwehren konnten. Die Last-