Alessandro und der Abt.
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und dort, in gar dürftigen Umständen, ihr Unterkommen,ohne für die Zukunft etwas Anderes als Nolh und Elenderwarten zu können.
Alessandro hatte inzwischen in England mehrere Jahrelang vergebens auf den Frieden gewartet; als er aber nochimmer keine Aussicht dazu sah und sein längeres Ver-weilen ihm nicht minder lebensgefährlich als unnütz zusein schien, entschloß er sich, nach Italien zurückzukehren,und machte sich ganz allein auf den Weg.
Da traf es sich nun, daß grade zugleich mit ihm einweißgekleideter Abt von Brüssel abreiste, dem viele MöncheGesellschaft leisteten und zahlreiche Dienerschaft mit Saum-rossen voranzog. Diesen folgten zwei Edelleute von altemund dem Könige verwandtem Stamme, zu denen Alessan-dro sich, als zu früheren Bekannten, gesellte und willigvon ihnen ausgenommen ward. Im Weiterreiten fragtesie Alessandro mit geziemender Bescheidenheit, wer dieMönche wären, die mit so vieler Dienerschaft vorausritten,und wohin sie reisten. „Der Vorderste," erwiderte einerder beiden Edelleute, „ist ein junger Vetter von uns, derkürzlich zum Abte einer der größten Abteien von Englanderwählt worden ist. Weil er aber jünger ist, als die Ge-setze Denen gestatten, welche diese Würde erlangen wollen,gehn wir jetzt mit ihm nach Rom, um den heiligen Va-ter zu bitten, daß er ihn wegen seines ungenügenden Al-ters dispensire und dann in seiner Würde bestätige; dochdarf davon noch nicht geredet werden." Unterwegs rittder junge Abt bald vor und bald hinter seiner Dienerschaft,wie wir das täglich geschehn sehn, wenn große Herrenüber Land reisen, und so bemerkte er denn auch einmalden Alessandro, der zufällig in seine Nähe gekommen war.
Alessandro war ein junger Mann von schönem Wüchseund einnehmenden Gesichtszügen und so wohlgesittet undunterhaltend, als man es nur sein kann. In der Thatgefiel er dem Abte im ersten Augenblicke auf eine so er-staunliche Weise, als ihm nie zuvor etwas Anderes gefal-
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