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1 (1843)
Entstehung
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100
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100 Zweiter Tag. Dritte Geschichte.

verwundern können, der vernünftig berücksichtigt, wie alledie Gegenstände, die wir thörichter Weise unser nennen,in des Glückes Händen liegen und demzufolge von ihm,nach seinem verborgenen Rathschlusse, ohne einigen Still-stand und ohne daß wir das regende Gesetz zu erken-nen wüßten, von Einem auf den Andern übertragen wer-den. Ob sich dies nun gleich uns überall und alltäg-lich auf das eindringlichste offenbart und auch durch einigeder vorigen Geschichten belegt worden ist, werde ich doch,weil nach dem Gefallen der Königin über diesen Gegen-stand gesprochen werden soll, vielleicht nicht ohne Nutzender Hörenden eine Geschichte zu den früheren hinzufügen,die, wie ich hoffe, Beifall finden wird.

Es war in unserer Stadt vor Zeiten ein Edelmann,der den Namen Herr Tedaldo führte und, wie Einigevorgeben, zu der Familie der Lamberti, nach der Behaup-tung Andrer aber zu der der Agolanti gehörte, obgleichdie letzte Meinung wol mehr durch das Geschäft, dasseine Söhne später betrieben und das bei den Agolantiimmer einheimisch war und ist, als durch einen andernGrund veranlaßt ist. Doch ich lasse es dahin gestellt, zuwelcher von beiden Familien er gehörte, und sage nur, daßer zu seiner Zeit einer der reichsten Edelleute war, unddaß er drei Söhne hatte, von denen der erste Lamberto,der zweite Tedaldo und der dritte Agolante hieß, die be-reits zu hübschen und ritterlichen Jünglingen herangewach-sen waren, wiewol der älteste noch nicht sein achtzehntesJahr erreicht hatte, als der reiche Herr Tedaldo starb undihnen, als seinen rechtmäßigen Erben, seine ganze liegendeund fahrende Habe hinterließ. Wie diese sich an baaremGelbe und an Besitzungen so reich sahen, fingen sie, nurvon ihrer eigenen Lust geleitet, an, ihr Geld ohne Maßund Schranken zu verthun, hielten sich große Dienerschaftund auserlesene Pferde, Hunde und Falken, gaben fort-während öffentliche Bankette, theilten Geschenke aus, hiel-ten Waffenspiele und thaten mit einem Worte, nicht