Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
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Zweiter Lag. Zweite Geschichte.

Euch in alle Zukunft mein Leben werde zu danken haben,so wäre cs wol sehr undankbar, wollte ich nicht Alleszu thun mich bestreben, was Euch genehm sein kann.Folgt also immerhin Eurer Lust, mich zu umarmen undzu küssen; denn, was mich betrifft, so werde ich Euchwahrhaftig gerne umarmen und gerne küssen." Weiterbedurfte es keiner Worte. Die Witwe, die vor liebevol-lem Verlangen ganz entbrannt war, warf sich augenblick-lich in seine Arme, und, nachdem sie ihn wol tausendMal gedrückt und geküßt hatte und eben so oft von ihmgeküßt worden war, standen sie miteinander auf- undgingen in die Kammer, wo sie sich, ohne zu verweilen,niederlegten und, bevor der Morgen anbrach, ihren Wün-schen volle und öfters wiederholte Befriedigung gewahrten.

Als jedoch das Morgenroth zu dämmern ansing, erho-ben sie sich auf den Wunsch der Witwe von ihrem La-ger, und, damit Niemand erreichen könne, was geschehensei, gab sie ihm einige schlechte Kleidungsstücke zum An-ziehen, füllte ihm den Beutel mit Geld und ließ ihn,mit der Bitte, das Geschehene zu verschweigen, nachdemsie ihm vorher gezeigt hatte, welchen Weg er ein schlagensolle, um seinen Diener wiederzusinden, zu derselben klei-nen Thür hinaus, durch welche er hereingekommen war.

Sobald es Heller Tag geworden und die Thore geöff-net worden waren, ging er, als ob er von weither käme,in den Ort hinein und suchte seinen Diener auf. Wieer sich nun- wieder mit seinen Sachen, die in dem Man-telsacke geblieben waren, bekleidet hatte und eben auf dasPferd des Dieners steigen wollte, geschah es, wie durchein göttliches Wunder, daß die drei Wegelagerer, die ihnam Abend vorher ausgeplündert hatten und wegen einesandern von ihnen begangenen Verbrechens bald darauf ge-fangen waren, in eben jenen Ort eingebracht wurden. Soerhielt er denn in Folge ihres eigenen Geständnisses seinPferd, seine Kleidungsstücke und sein Geld wieder, under büßte nichts ein, als ein paar Kniebänder, von denen