Zweite Geschichte.
Rinaldo von Asti kommt von Räubern ansgeplündert nach CastelGuiglielmo, wo er von einer Witwe beherbergt und für seinenUnfall schadlos gehalten wird, und dann unversehrt nach Hausezurückkehrt.
lieber die Schicksale des Martellino, wie Neiphile sie er-zählt hatte, lachten die Mädchen unsäglich; unter denMännern aber am meisten Philostratus, dem die Königin,weil er der Neiphile zunächst saß, nun ihr nachzufolgenbefahl. Er begann ohne die mindeste Zögerung: „SchöneDamen, eine Geschichte, zusammengesetzt aus Frömmig-keit, Unglück und Liebe, kommt mir eben in den Sinnund will erzählt sein. Sie mit angehört zu haben, wirdkaum anders als dienlich sein können, am meisten aberfür Die, welche in dem unsichern Reiche der Liebe reisen,wo, wer nicht das Vaterunser des heiligen Julianus ge-sprochen hat, wenn er auch ein gutes Bette bekommt,dennoch oft schlecht beherbergt ist.
Zu der Zeit des Markgrafen Azzo von Ferrara näm-lich war ein Kaufmann, Namens Rinaldo von Asti, sei-ner Geschäfte wegen nach Bologna gekommen und kehrtenun, nachdem er sie beendigt hatte, wieder heim. Dageschah es, daß er, gegen Verona reitend und kaum überFerrara hinausgekommen, auf eine Anzahl Menschen traf,die ihm Kauflsute zu sein schienen, in der That aberWegelagerer waren und ein ruchloses Leben führten. Erwar unvorsichtig genug, im Gespräche mit ihnen sich ansie anzuschließen; sie aber beschlossen, als sie gewahr wur-