Wahrheit gesagt habe, so bitte ich Euch, mich nicht nachdem Verlangen dieser Bösewichter zu martern und hinzu-richten."
- Wahrend Martellino's Angelegenheiten also standen,hatten Marchese und Stecchi bereits vernommen, daß derRichter des Podesta strenge gegen ihn verfahren sei und ihnauf das Seil habe spannen lassen. Darum wurde ihnengar bange, und sie sagten zu einander: „Das haben wirübel angefangen, wir haben ihn aus der Pfanne geholtund in's Feuer geworfen." Und so liefen sie in großerBeforgniß umher und suchten ihren Wirth auf und er-zählten ihm, wie Alles zugegangen sei. Der führte sielachend zu einem gewissen Sandro Agolanti, der damalsin Treviso wohnte und bei dem Herrn der Stadt vielgalt. Als er diesem der Reihe nach Alles erzählt undihn gemeinschaftlich mit Jenen gebeten hatte, sich desMartellino anzunehmen, ging Sandro unter vielem Lachenzu dem Herrn und brachte es dahin, daß nach dem Mar-tellino geschickt wurde. Die herrschaftlichen Boten fandenihn noch im Hemde, voller Furcht und Zittern, vor demRichter stehn; denn dieser wollte nicht allein nichts zu sei-ner Entschuldigung hören, sondern, weil er, aus einemzufällig gegen die Florentiner gefaßten Widerwillen, aufdas bestimmteste gesonnen war, ihn aufhängen zu lassen,weigerte er sich auch hartnäckig, ihn an den Herrn her-auszugeben, bis er zuletzt wider seinen Willen dazu ge-zwungen ward. Als Martellino dem Herrn gegenüberstand, erzählte er ihm Alles nach der Ordnung und batsich dann von ihm als höchste Gnade aus, daß er ihngehen lasse; denn, bis er wieder in Florenz wäre, würdeer noch immer den Strick an der Kehle zu fühlen glau-ben. Der Herr lachte über diese Begebenheit unmäßigund schenkte Jedem von ihnen einen Anzug; sie aber kehr-ten, aus so großer Gefahr unverhofft gerettet, heil undgesund in ihre Heimat wieder zurück.