Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
88
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88 Zweiter Tag. Erste Geschichte.

sich zu verstellen, wie mcm's nur haben will, besser dennEiner."

Ais die Trevisaner das gehört hatten, war nichts wei-ter nöthig. Sie drängten sich mit Gewalt durch und rie-fen laut:Haltet den Verräther fest, der Gott und SeineHeiligen verspottet und, ohne lahm zu sein, um uns undunserem Heiligen einen Possen zu spielen, hergekommenist, als war' er lahm." Bei diesen Worten kriegten sieihn zu packen, zogen ihn bei den Haaren-von der Stelle,wo er gelegen hatte, herunter, rissen ihm die Kleider vomLeibe und singen an, ihn mit Fausten zu schlagen undmit Füßen zu treten, und Keiner glaubte ein ordentlicherKerl zu sein, der nicht mit geholfen hatte. Martellinoschrie um Gottes willen um Gnade und wehrte sich sogut er konnte; das half aber alles nichts; der Haufenkam ihm immer arger auf den Leib.

Als Marchese und Stecchi dies sahen, sagten sie sichwohl, wie schlimm die Sache stehe, und wagten, ausFurcht für sich selber, nicht, ihm beizustehn, sondern ver-langten, wie die Uebrigen, laut seinen Tod, obgleich sieim Stillen auf ein Mittel sannen, ihn aus den Händendes Volkes zu ziehen, das ohne den Ausweg, den Mar-chese schnell ergriff, ihn sicher umgebracht haben würde.Da nämlich die ganze Truppe der Stadtobrigkeit dorteben zur Stelle war, suchte Marchese, so schnell er konnte,Den auf, der ihnen im Namen des Podesta Vorstand, undsagte:Um Gottes Willen, helft mir, hier ist ein Spitz-bube, der mir einen Geldbeutel mit wol hundert Gold-gulden abgenommen hat. Ich bitte Euch, nehmt ihn fest,damit ich wieder zu meinem Gelds komme." So wie siedas gehört hatten, liefen sogleich ein Dutzend Lanzenknechtedahin, wo der unglückliche Martellino ohne Kamm gezaustwurde, und entrissen ihn zerschlagen und zerstoßen demHaufen, den sie mit der größten Mühe von der Weltdurchbrochen hatten, und führten ihn auf das Stadthaus.Viele von Denen, die sich von ihm beschimpft glaubten,