Schluß.
7k)
Schon hatte die Sonne sich gegen Westen geneigt unddie Hitze größtentheils nachgelassen, als die Erzählungender jungen Mädchen und der drei Jünglinge zu ihremEnde gediehen waren. Da redete die Königin voller An-muth also zu ihnen: „Nichts, Ihr lieben Gefährtinnen,bleibt unter meinem Regiments für den heutigen Tag zuthun übrig, als Euch eine neue Königin zu geben, welchenach ihrem Dafürhalten für den folgenden ihre und unsreLebensweise zu geziemender Erheiterung bestimme. Ob-gleich man nun den Tag wol noch bis zum Einbrücheder Nacht rechnen möchte, so finde ich doch für gut, weilNiemand, dem nicht einige Zeit zur Vorbereitung bleibt,über die Zukunft gehörige Verfügungen treffen kann, unddamit Alles besorgt werden könne, was die Königin fürmorgen dienlich erachten wird, daß auch die folgendenTage zur gegenwärtigen Stunde ihren Anfang nehmen.Demzufolge möge denn in der Ehrfurcht vor Demjenigen,auf Den alles Leben sich bezieht, und zur Beförderungunsres Vergnügens am folgenden Tage die verständige-Philomela unser Reich regieren."
Mit diesen Worten erhob sie sich, nahm den Lorbeer-kranz von ihrem Haupte und setzte ihn Jener ehrerbietigaus. Dann begrüßte sie zuerst, nach ihr die übrigen Mäd-chen und zuletzt die Jünglinge Philomelen als Königinund boten ihr bereitwillig ihre Dienste an. Diese erröthetezwar ein wenig, als sie sich zur Königin gekrönt sah,dann aber faßte sie, der von Pampineen erst eben ge-sprochenen Worte eingedenk, um nicht blöde zu scheinen,Muth, bestätigte zuerst alle Aemter, die Pampinea aus-getheilt hatte, verfügte dann, was am andern Morgenund Abend an demselben Orte, wo sie eben verweilten,bereitet werden sollte, und sing hierauf also zu reden an :„Geliebte Freundinnen, obgleich Pampinea ihrer Güte undnicht meinem Verdienste zufolge, mich zu Euer aller Kö-nigin ernannt hat, so bin ich doch nicht gesonnen, unsereLebensweise allein nach meiner Meinung, sondern zugleich