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Cangrande und Bergamino.
ein Stück Brot, das er sich mitgebracht haben muß."„So mag er denn sein Brot essen, wenn er welches hat,"sprach darauf der Abt, „denn das unsrige wird er heutenicht kosten." Der Abt hatte es gerne gesehen, wennPrimasseau von selbst gegangen wäre; denn ihn ausdrück-lich gehen zu heißen, meinte er, zieme sich doch nicht-Als Primasseau indessen das erste Brot aufgezehrt hatteund der Abt noch ausblieb, begann er über dem zweitenzu essen. So ward dem Abte berichtet, der wieder hatteNachsehen lassen, ob er nicht fortgegangen sei. Endlichsing Primasseau, als der Abt noch immer nicht kam, dasdritte Brot zu essen an, und als auch das dem Abte ge-meldet ward, wurde dieser nachdenklich und sprach bei sichselbst: „Was ist mir denn heute Neues in den Sinn ge-kommen? Woher dieser Geiz, woher der Aergcr? Undwer hat ihn erregt? Schon seit Jahren speise ich vonmeinem Tische, wer immer gespeist sein will, ohne zwischenvornehm und gering, arm oder reich, Kaufmann und Be-trüger zu unterscheiden. Oftmals habe ich ausgemachteTaugenichtse mein Essen verschlucken sehen, und niemalsist mir ein Gedanke von Dem bcigefallen, was sich heutebeim Anblick dieses Menschen in mir geregt hat. Wahr-lich, um eines gewöhnlichen Menschen willen hatte sich derGeiz meiner nicht so bemächtigen können. Und sieht ermir gleich einem Taugenichts ähnlich, so muß doch etwasBesonderes an ihm sein, daß er mich so gegen die Höf-lichkeit zu verhärten im Stande war." Nach diesem Selbst-gespräch verlangte er zu wissen, wer es sei, und schämtesich sehr, als er hörte, es sei der ihm schon seit langerühmlichst bekannte Primasseau, der nun gekommen sei,um selber zu sehen, was er von des Abtes Freigebigkeitgehört hatte. Desto größere Ehre erwies er ihm nun,um das Versehen wieder gut zu machen. Nach dem Essenließ er ihn mit edlen Stoffen reichlich bekleiden, wie esPrimasseau's Verdiensten geziemte; dann schenkte er ihmnoch Geld und einen Zelter und überließ das Gehen und