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Erster Lag. Siebente Geschichte.
viel Gewandtheit und Anmuth besaß, als Niemand, derihn nicht gehört hatte, sich einzubilden vermochte, blieb, inder Hoffnung, daß es ihm mit der Zeit noch zum Vor-theil gereichen werde, ohne Geschenke oder Urlaub erhaltenzu haben, in Verona zurück. Herrn Cane aber war esin den Sinn gekommen, daß jedes Geschenk an Bergaminoschlechter angewandt wäre, als was man ins Feuer wirft und,so achtete er ihn denn keines Wortes und keiner Botschaftwerth. Als Bergamino nach einigen Tagen noch immernicht an den Hof gerufen und keine Probe seiner Kunst vonihm begehrt worden war, zugleich aber die Zeche für ihnselbst, für Diener und Pferde immer mehr beim Gast-wirthe anwuchs, sing er an, betreten zu werden. Dennochaber verweilte er, in der Meinung, daß jetzt zu reisennicht gerathen sei.
Um bei dem Feste ehrenvoll erscheinen zu können, hatteer drei kostbare und schöne Anzüge, die von andern Für-sten ihm geschenkt worden waren, mitgebracht; von diesenhatte er dem Wirthe, der bezahlt sein wollte, anfänglicheinen gegeben; dann, nach längerem Aufenthalt, um denWirth zufrieden zu stellen, den zweiten hinzufügen müssen,und nun war er entschlossen, sich die Sache noch so langemit anzusehen, als der dritte, über den er bereits zu zehrenangefangen, Vorhalten würde, und dünn abzureifen. Nungeschah es, daß er, noch ehe das dritte Kleid aufgegessenwar, eines Tages, wahrend Herr Cane bei Tische saß,diesem mit betrübtem Gesichte gegenüber stand. Als HerrCane es bemerkte, sagte er, mehr um Bergamino zu krän-ken, als um etwa einen guten Einfall von ihm zu hören:„Bergamino, was fehlt Dir, Du siehst so verdrießlich aus;erzähle uns doch was." Bergamino begann darauf, ohnesich einen Augenblick zu besinnen, folgende Geschichte, diefür seine Lage so berechnet war, als hatte er lange Zeitdarüber nachgedacht.
„Mein Gebieter, Ihr müßt wissen, daß Primasseau desLateinischen besonders kundig war und mehr als irgend ein