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Der beschämte Inquisitor. ^
nach ihrem Wunsche Anlaß geboten habe, ihre Gesinnungauszusprechen, antwortete, den fragenden König unbefan-gen anblickend: „Nein, Sire; doch sind die Frauen, wennSitten und Kleidung auch in Etwas abweichen, hier ausgleichem Stoffe geschaffen, als anderswo." Als der Königdiese Worte vernahm, begriff er wohl die Absicht der Hühner-mahlzeit und der Rede verborgenen Sinn. Er sah ein,daß Worte, diese Dame zu überreden, Nichts fruchtenwürden, und daß Gewalt hier nicht zu brauchen sei, undso löschte er denn dies übelangefachte Feuer um seinerEhre willen mit ebenso viel Weisheit wieder aus, als eres mit Uebereilung entzündet batte. Aus Furcht vor ihrenAntworten enthielt er sich aller weiteren Anspielungen undendigte die Mahlzeit, ohne weitere Hoffnung zu nähren.Dann begab er sich, um durch schnelle Abreise des Be-suches unreinen Grund zu verhüllen, nachdem er ihr fürdie genossene Ehre gedankt und sie ihn dem göttlichenSchutze empfohlen hatte, alsbald auf den Weg nachGenua.
Sechste Geschichte.
Ein Laie beschämt durch einen guten Einfall die Heuchelei derMönche.
(§milie, die neben Fiammetten saß, fing, nachdem vonAllen die Sittsamkeit der Markgräsin und die scherzhafteWeise gelobt worden waren, wie sie den König von Frank-reich gezüchtigt, dem Wunsche der Königin gemäß, kecklichalso zu reden an: „So will ich Euch denn auch den spaß-haften und treffenden Einfall nicht verschweigen, mit demein ehrlicher Laie sich einmal über einen geizigen Mönchlustig gemacht hat."