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Erster Tag. Fünfte Geschichte-
then hatte, alles Nöthige zu besorgen. Nur die Änordnungder Tafel und der Speisen behielt sie sich selbst vor. Zudem Ende ließ sie in der Eile alle Hühner, die in derGegend zu finden waren, zusammenbringen und wies ihreKöche an, nur daraus vielfache Gerichte zu der königlichenMahlzeit zu bereiten.
Am bestimmten Tage kam der König, und die Dameempfing ihn auf das festlichste und ehrenvollste. So großdie Meinung war, die er nach dem Worte des Rittersvon der Dame gefaßt hatte, so schien sie ihm doch in derWirklichkeit noch um Vieles schöner, anmuthiger und sitt-samer; und in Wohlgefallen und Bewunderung wuchsseine Leidenschaft für sie in eben dem Maße, als er seinegehegten Erwartungen übcrtroffen sah. Nachdem er einigeZeit in reichgeschmückten Gemächern, wie sie zu dem Em-pfange eines so mächtigen Königs sich ziemen, geruhthatte, setzten, als die Speisestunde herangekommen war,König und Gräfin sich an eine Tafel, und die Uebrigenwurden nach ihrem Range an andern Tischen bewirthet.Die zahlreichen Schüsseln, dir einander folgten, die lecke-ren und erlesenen Weine, vor Allem der entzückende An-blick der schönen Dame gewahrten dem Könige großes Be-hagen. Als jedoch ein Gang nach dem andern aufgetra-gen wurde, fing der König einigermaßen sich zu verwun-dern an, als er bemerkte, daß alle Gerichte, ihrer Man-nigfaltigkeit unerachtet, aus nichts, als aus Hühnerfleischbereitet waren. Obgleich der König nun wohl wußte, dieGegend, in der er sich befand, müsse an allerlei Wildreich sein, und obgleich seine vorgängige Anmeldung derDame volle Zeit, um jagen zu lassen, gewahrt habenmußte, so unterdrückte er doch seine lebhafte Verwunderungund wollte nur, über die Hühner sie zu befragen, Gele-genheit nehmen. „Dame,"'sagte er, mit heiterem Gesichtezu ihr gewandt, „werden hier zu Lande nur Hühner, ohneHahn, gebrütet?" Die Dame, die den Sinn der Fragewohl verstand und der Meinung war, daß Gott ihr nun