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Die Markgräfin von Monferrat.
licher Mann und Bannerträger der Kirche, war in einemder allgemeinen Heereszüge der Christen in das Morgen-land mit über Meer gezogen. Einst war von seiner Tapfer-keit am Hofe König Philipp's des Einäugigen, der eben da-mals im Begriffe stand, Frankreich zu verlassen, um jenemKreuzzuge sich anzufchließen, die Rede, und ein Ritteräußerte, es sei doch unter der Sonne kein schöneres Paarzu finden, als der Markgraf und seine Dame, denn, wieer unter allen Rittern wegen seiner adeligen Tugenden ge-nannt werde, so sei die Dame vor allen Frauen schönund sittsam. Auf den König machten diese Worte solchenEindruck, daß er, ohne je die Dame gesehen zu haben, siesogleich inbrünstig zu lieben begann und nirgend andersals in Genua zu der erwähnten Ueberfahrt sich einzuschif-fen beschloß, um auf der Landreise nach jenem Hafenschicklichen Vorwand zu einem Besuche bei der Markgrä-sin zu haben, wobei er hoffte, daß es ihm vielleicht inAbwesenheit des Gemahles gelingen werde, zum Ziele sei-ner Wünsche zu kommen. Wie er beschlossen hatte, sothat er. Sein ganzes Gefolge schickte er voraus undmachte sich im Geleite weniger Edelleute allein auf denWeg. Als er dem Gebiete des Markgrafen sich näherte,ließ er der Dame einen Tag zuvor ansagen, daß sie ihnam andern Mittag zum Essen erwarten möge. Die Dame,die verständig war und einen schärferen Blick hatte, alsdie meisten andern, erwiderte, daß es ihr eine besondershohe Gnade sein werde, und daß sie ihn im voraus will-kommen heiße. Dann aber bedachte sie im Stillen, wases sagen wolle, daß ein so mächtiger König in der Abwe-senheit ihres Mannes sie zu besuchen komme; und sie irrtesich nicht, indem sie den Grund eines solchen Besuches indem Rufe von ihrer Schönheit gefunden zu haben glaubte.Nichtsdestoweniger, ihren feinen Sitten gemäß, ihn ehren-voll aufzunehmen entschlossen, ließ sie diejenigen unter ihrenEdelleuten, die nicht mit ihrem Gemahle gezogen waren,rufen und hieß ihnen, nachdem sie sich mit ihnen bera-