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Herr Chapelet.
Vorwürfe an die Zuhörer und sprach: „Ihr aber, Ihr vonGott Verdammten, Ihr lästert um jedes Strohhalmeswillen, der Euch zwischen die Füße kommt, Gott, seineMutter und alle Heiligen im Paradiese." Außerdem sagteer noch viel Anderes von seiner Herzensgüte und Reinig-keit. Mit einem Worte, seine Reden, denen das Volkvollkommen Glauben beimaß, bemächtigten sich in solchemMaße der frommen Herzen der ganzen Versammlung,daß Alle, sobald der Gottesdienst geendigt war, sich unter-einander stießen und drängten, dem Tobten Hände und Füßezu küssen. Die Kleider wurden ihm auf dem Leibs zer-rissen; denn ein Jeder hielt sich für glücklich, wenn erein Stückchen davon tragen konnte. In der Thal muß-ten die Mönche den ganzen Tag über den Körper aus-stehcn lassen, daß ihn Jedweder nach Gefallen beschauenkonnte. Die folgende Nacht wurde er in einer Capelleehrenvoll in einem marmornen Sarg bestattet, und schonden Tag darauf singen die ich Ute allmälig an, den Körperzu besuchen und zu verehren, Lampen anzuzünden «ndmit der Zeit dem Verstorbenen Gelübde zu thun, unddann dem Versprechen gemäß wächserne Bilder aufzuhän-gen. Dieser Ruf der Heiligkeit und diese Verehrung wuch-sen so sehr, daß nicht leicht Jemand in irgend einer Ge-fahr einen andern Heiligen anrief, als Sanct Chapelet,wie sie ihn nannten und noch heute nennen, und allge-mein wird versichert, daß Gott durch ihn gar viele Wun-der gethan habe, und deren noch täglich an Jedem thue,der die Fürsprache dieses Heiligen andächtig erbittet.
So lebte und starb Herr Ciaperello von Prato undward ein Heiliger, wie Ihr gehört habt. Daß es möglichist, daß dieser Mensch wirklich selig im Anschauen Gottessei, will ich freilich nicht leugnen: denn so ruchlos undabscheulich sein Leben war, so kann er doch in den letztenAugenblicken seines Lebens so viel Reue empfunden haben,daß Gott sich vielleicht seiner erbarmt und ihn in seinReich ausgenommen hat. Weil uns aber dies verborgen