Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
42
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42 Erster Tag. Erste Geschichte.

pelet empfing bald darauf das Abendmahl; dann, als semBefinden sich über die Maßen verschlechterte, die letzte Oc-lung und starb noch an dem Tage seiner musterhaftenBeichte, bald nach der Vesper.

Die beiden Brüder besorgten aus dem Nachlaß desVerstorbenen ein anständiges Begräbnis und meldeten in-deß den Todesfall im Kloster, damit die Mönche, wie esgebräuchlich ist, die Nacht bei der Leiche wachten und denandern Morgen sie abzuholen kamen. Der frommeMönch, der ihm Beichte gehört, besprach sich, als er sei-nen Tod vernahm, mit dem Prior des Klosters. Er ließdas Capitel lauten und schilderte den hier versammeltenMönchen, welch ein frommer Mann Ehapelet, seinerBeichte zufolge, gewesen sei. In der Hoffnung, daßGott durch ihn noch große Wunder verrichten werde, über-redete er sie, man müsse nothwendig diese Leiche mit be-sonderer Auszeichnung und Ehrfurcht empfangen. DerPrior und die übrigen Mönche pflichteten in ihrer Leicht-gläubigkeit dieser Meinung bei, und so gingen sie dennsämmtlich noch spat am Abend in das Haus, wo Cha-pelet's Leiche war, und hielten über diese eine große undfeierliche Vigilie. Am andern Morgen kamen sie alle, mitChorhemd und Mäntelchen angeihan, die Chorbücher inder Hand und die Kreuze voraus, den Leichnam mit Ge-sang zu holen. Dann trugen sie ihn unter Gepränge undgroßer Feierlichkeit in ihre Kirche, und Männer und Wei-ber, fast die ganze Einwohnerschaft des Städtchens, schlossensich dem Zuge an. Als die Leiche in der Kirche nieder-gesetzt war, stieg der Geistliche, dem Chapelet gebeichtethatte, auf die Kanzel und berichtete von des Verstorbenenfrommem Leben, von seinen Fasten, seiner Keuschheit, sei-ner Einfalt, Unschuld und Heiligkeit die wunderbarstenDinge. Unter andern erzählte er, was Herr Chapeletihm unter Thränen als seine größte Sünde gebeichtet, undwie er kaum ihn zu überzeugen-vermocht habe, daß Gottihm auch diese vergeben werde. Dann richtete er seine