Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
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Herr Chapelet.

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ten."Sagt nicht, das habe nichts zu bedeuten," ent-gegnen Chapelet;den Sonntag soll man ehren; denn andiesem Tage war es, daß unser Heiland von den Todtenauferstand." Darauf sagte der Mönch,und hast Dusonst noch etwas zu beichten?"Ja, Herr Pater," ant-wortete Chapelet.Einmal, in Gedanken, habe ich in derKirche ausgespuckt." Der Mönch sing an zu lächeln undsagte,mein Sohn, das sind Dinge, die man sich nichtzu Herzen nehmen soll; wir sind Geistliche und spucken alleLage in der Kirche aus."Und thut daran sehr übel,"sprach Herr Chapelet;denn nichts auf der Welt soll manso rein halten, als den Tempel des Herrn, in dem mandem Höchsten opfert."

Um es kurz zu machen, Sünden von dieser Art beich-tete er ihm noch eine Menge; dann sing er an zu seuf-zen und brach in einen Strom von Thränen aus, derenihm, wenn er wollte, immer reichlich zu Gebote standen.Was ist Dir, mein Sohn?" sagte der Geistliche,Ach,Herr Pater," erwiderte Chapelet,eine Sünde habe ichnoch aus dem Herzen, die habe ich nie gebeichtet, so schämeich mich, sie zu sagen; wenn ich nur daran denke, soweine ich, wie Ihr mich jetzt weinen seht, und um dieserSünde willen kann ich mir auch nickt denken, daß GottErbarmen mit mir haben wird"Schäme Dich, meinSohn," entgegnete der Mönch;was redest Du da? Wä-ren alle Sünden, die von allen Menschen zusammen jemalsbegangen worden sind oder, so lange die Welt stehen wird,noch von den Menschen werden begangen werden, in einemeinzigen Menschen vereinigt, und der wäre reuig und zer-knirscht, wie ich sehe, daß Du es bist, so ist Gottes Gnadeund Barmherzigkeit so groß, daß Er sie alle, sobald siegebeichtet wären, freudig ihm vergeben würde; und so sagedenn zuversichtlich, was Du gethan hast." Darauf sprachHerr Chapelet, ohne vom Weinen abzulassen:Ach, ehr-würdiger Vater, 's ist eine gar zu schwere Sünde, und,wenn es nicht auf Eure Fürbitte geschieht, so kann ich