Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
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Herr Chapelet.

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nach seinem Tode die größte Halste als Almosen vertheilte.Dann habe ich, um mich ernähren und den Armen Got-tes beistehen zu können, meinen kleinen Handel getriebenund dabei allerdings den Erwerb im Auge gehabt; wasich aber erworben hatte, das habe ich immer mit den Ar-men zu gleichen Theilen getheilt, und meine Halste zumeiner Nothdurft verbraucht, die andere aber jenen ge-schenkt. Dafür hat mir aber auch mein Schöpfer beige-standen, daß meine Geschäfte täglich besser und besser ge-gangen sind."Daran hast Du wohl gethan," sagte derMönch.Aber hast Du Dich etwa häufig erzürnt?"Ja,"sagte Herr Chapelet,das habe ich freilich gar oft gethan.Und wer könnte sich wol dessen enthalten, wenn er dieMenschen alle Tage die abscheulichsten Dinge treiben sieht,wenn er sieht, wie sie Gottes Gebote nicht halten undSein Gericht nicht fürchten? Wol zehn Mal des Tageshabe ich lieber todt als lebendig sein wollen, wenn ich sah,wie die jungen Leute den Eitelkeiten der Welt nachliefen,schworen und sich verschworen, in die Schenken, aberum die Kirche hecumgingen und weit mehr aus den We-gen der Zeitlichkeit, als auf dem Wege Gottes wandelten."Darauf erwiderte der Mönch:Mein Sohn, das ist einedler Zorn, um dessentwillen ich für mein Theil Dir keineBuße aufzulegen wüßte. Sage mir aber, wäre es viel-leicht möglich, daß Du Dich irgend einmal vom Zorne zueinem Morde, zu -Schlägereien, oder zu Schimpfwortenhättest verleiten lassen?"Ach du meine Güte, HerrPater," sagte Chapelet,ich hielt Euch für einen MannGottes; wie könnt Ihr solche Reden führen? Glaubt Ihrdenn, ich bilde mir ein, daß, wenn mir nur der entfern-teste Gedanke eingekommen wäre, irgend etwas von Dem,was Ihr da genannt habt, zu thun, Gott mich so langeam Leben erhalten hätte? Dergleichen können ja nurMörder und Straßenräuber thun; so oft ich so Einengesehen, habe ich immer gesagt: Geh, und Gott bessereDich."Gott segne Dich, mein Sohn," sprach der Pa-