Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
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Herr Chapelct.

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«r die Wahrheit nach seinem Gewissen zu beschwören be-rufen ward. Ausnehmendes Wohlgefallen fand ec, undgroßen Fleiß wandte er daran, unter Freunden, Verwand-ten oder was sonst immer für Leuten Unfrieden und Feind-schaft anzuzetteln, und je größeres Unglück daraus ent-stand, desto mehr freute er sich. Wurde er ausgefordert,Jemand umbringen zu Helsen oder an einer anderen Schand-that Theil zu nehmen, so weigerte er sich niemals undwar der Erste auf dem Platz. Oft war er auch bereit,mit eigenen Händen zu morden und zu verwunden. Inseiner beispiellosen Heftigkeit lästerte er Gott und alle Hei-ligen um jeder Kleinigkeit willen auf das gräßlichste. Inder Kirche ließ er sich niemals antreffen und verspottetealle christlichen Sacramente mit den verruchtesten Worten.Desto besser war er dafür in den Schenken und andernSündcnhäusern einheimisch. Weiber hatte er so lieb, wieder Hund den Knüttel; in dem umgekehrten Laster aberschwelgte er ärger als der heilloseste Sünder. Aus Raubenund Stehlen hätte er sich eben so wenig ein Gewissen ge-macht, als ein Heiliger daraus, Almosen zu geben. Erfraß und soff in solchem Uebermaß, daß er mehrmalsknapp mit dem Leben davon kam. Spielen und Betrügentrieb er wie ein Handwerk. Doch, wozu so viele Worte?Genug, er war der schändlichste Mensch, der vielleicht jegeboren ward, und schon seit langer Zeit konnten nur dieMacht und das Ansehen des Herrn Musciatto ihm beiseinen Verbrechen durchhelfen; fodaß weder Privatpersonen,die er häufig, noch die Gerichte, die er fortwährend belei-digte, Hand an ihn legten.

Dieser Ciapperello also war es, den Herr Musciatto,welcher seinen Lebenswandel auf das genaueste kannte, jetztals den rechten Mann, um der burgundischen Bosheitdie Spitze zu bieten, auserkor. So ließ er ihn denn rufenund sprach zu ihm:Ebapelet, ich stehe, wie Du weißt,im Begriff, ganz von hier wegzuziehcn, und da ich unterAndern noch mit einer Anzahl Burgunder zu thun habe,