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Erster Tag. Erste Geschichte.
beigerufenen und unterstützten Karl Ohneland nach Tos-cana ziehen sollte, sich entschloß, die Besorgung seinerAngelegenheiten, welche, wie es bei Kaufleuten der Fallzu sein pflegt, durch vielfache Zersplitterung äußerst ver-wickelt geworden waren, mehreren Bevollmächtigten zuübertragen. In der That gelang es ihm, für Alles Rath-zu finden; nur blieb er noch ungewiß, wo er Jemanden. hernehmen wollte, der geschickt wäre, die Schulden einzu-treiben, die er bei einigen Burgundern ausstehen hatte. DerGrund seines Bedenkens lag darin, daß ihm wol bekanntwar, wie garstiges, händelsüchtiges und abscheuliches Volkdie Burgunder sind, und daß er sich auf Niemanden be-sinnen konnte, der abgefeimt genug gewesen wäre, umihrer Bösartigkeit mit Erfolg das Widerspiel zu halten.Als er in solchem Zweifel lange hin und her gedacht hatte,siel ihm ein gewisser Eiapperello von Prato ein, der seinHaus in Paris oft zu besuchen pflegte. Die Franzosen,die den Namen Eiapperello nicht verstanden und der Mei-nung waren, er wolle soviel sagen, als cllszisan, was inihrer Landessprache Kranz bedeutet, nannten diesen Mann,der klein von Gestalt und gar sehr geschniegelt war, seinerKleinheit halber nicht Chapeau, sondern Chapelet, unterwelchem Namen er denn überall bekannt war, währendnur Wenige wußten, daß er Eiapperello hieße.
Das Leben, das dieser Chapelet führte, war folgender-maßen beschaffen. In seinem Berufe als Notar hielt eres für eine große Schande, wenn eins der von ihm an-geferligten Instrumente, obgleich er deren wenige machte,anders als widerrechtlich befunden worden wäre. Solcherfalschen Urkunden aber machte er soviel man nur wollte,und dergleichen lieber umsonst, als rechtmäßige für schwereBezahlung. Falsches Zeugniß legte er auf Verlangen undvon freien Stücken besonders gerne ab, und da in Frank-reich die Eidschwüre um jene Zeit in so großem Ansehenstanden, daß Niemand sie durch Gegenbeweis entkräftete,gewann er unrechtmäßiger Weise alle Processe, in denen