Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
32
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so kenne ich Niemand, dem ich mich besser, als Dir, an- lvertrauen könnte, um von so betrügerischem Volke meinGeld einzutreiben. Du hast jetzt nichts zu thun, und,willst Du diese Angelegenheit übernehmen, so verspreche ichDir, Dich mit den Gerichten auszusöhnen und Dir anDem, was Du mir eincassirst, einen Antheil zu lassen,daß Du zufrieden sein kannst." Herr Chapelet, der müßigging, auch an dem Zeitlichen keinen Ueberfluß hatte undnun Den verlieren sollte, der lange Zeit sein Stab undseine Stütze gewesen war, sagte, ohne langes Besinnenund gewissermaßen nothgedrungen, ja, er sei gern bereit.

Nach gehöriger Verabredung und nach Empfang derVollmacht des Herrn Musciatto und der Gnadenbriefe desKönigs reiste Chapelet, als Herr Musciatto Paris ver-lassen, nach Burgund, wo ihn beinahe Niemand kannte.

Hier sing er, wider seine Natur, ganz freundlich und sanft-müthig an, seinen Auftrag auszuführen und die Schuldeneinzufordern, gleichsam als wollte er sich die Bosheit biszuletzt aufsparen. Inzwischen war Chapelet zu zweienBrüdern aus Florenz ins Haus gezogen, die Geld aufwucherliche Zinsen liehen und ihm, dem Herrn Musciattozu Liebe, viel Ehre erwiesen. In deren Hause erkrankteer jetzt, und, obgleich ihm die beiden Brüder sogleich ge-schickte Aerzte rufen, ihn durch ihre Diener pflegen ließenund überhaupt Alles thaten, was zu seiner Heilung för-derlich sein konnte, so war doch jede Hülfe vergeblich. Dergute Mann, der nach gerade alt war und liederlich gelebthatte, wurde nach Aussage der Aerzte täglich schlechterund schlechter, und es zeigte sich zum großen Leidwesender Brüder gar bald, daß Chapelet an keiner anderenKrankheit, als an der des nahen Todes, leide. DieseBeiden nun singen eines Tages, nicht weit von dem Zim-mer, wo Chapelet krank lag, also untereinander zu redenan:Was sollen wir mit dem Menschen anfangen?"sagte der Eine zum Andern.Wir sind auf allen Fallin einer sehr verdrießlichen Lage. Ihn jetzt, krank wie er