Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung.

25

verdiene. So brach sie denn von ihm einige Reiser abund krönte Pampineen mit dem daraus geflochtenen statt-lichen Kranze, der von diesem Tage an, so lange dieGesellschaft beisammen blieb, für einen Jeden als sicht-bares Zeichen der königlichen Macht und Herrlichkeit diente.

Pampinea, die nun Königin war, gebot JedermannStillschweigen und sagte, als Alle ausmerkten und dieDiener der drei jungen Männer, nebst den vier Dienerinnender Mädchen auf ihren Befehl erschienen waren:UmEuch Allen zum Anfang eine Probe zu geben, auf welchemWege wir, vom Guten zum Besseren fortschreitend, unsereGesellschaft in Anstand und Vergnügen, und ohne daßunser guter Ruf darunter leidet, aufrecht erhalten können,so lange es uns gefallen wird, ernenne ich zuvörderst Par-menus, den Diener des Dioneus, zu meinem Seneschall;ihm übertrage ich Sorge und Aufsicht über die ganzeDienerschaft, über Küche und Keller. Syriscus, des Pam-philus Diener, sei unter des Parmenus Oberbefehl unserRechnungsführer und Schatzmeister. Tyndarus mag Phi-lostratus, seinem Herrn, und den beiden andern Männernim Zimmer aufwarten, wenn deren Diener durch ihreneuen Pflichten daran gehindert sind. Meine Mysia undPhilomclcns Lycisca können ausschließlich den Küchendienstbesorgen und die Speisen, wie Parmenus es ihnen auf-tragen wird, sorgfältig bereiten. Der Ehimera und Stra-tilia, den Dienerinnen der Laurctta und Fiammetta, bleibees überlassen, die Stuben von uns Mädchen in Ordnungzu halten und für die Sauberkeit der GesellschaftszimmerSorge zu tragen. Alle aber insgemein sollen sich aufunfern ausdrücklichen Befehl, wollen sie unsere Gunst nichtmuthwillig einbüßen, wol in Acht nehmen, uns, woimmer sie hingehen, wo sie auch her kommen, was siesehen oder hören, andere als gute Nachrichten von außenherzubringen."

Kaum hatte Pampinea diese Befehle, die allgemeinenBeifall fanden, in der Kürze ertheilt, als sie munter auf-Dekameron. I. 2