Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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Erster Tag.

zem mit Euch hindurch gegangen bin. Deshalb entschließtEuch denn insgesammt, entweder mit mir zu scherzen, zulachen und zu singen, so weit es indeß für Euren Anstandsich geziemt, oder verabschiedet mich, daß ich wieder meinenSorgen nachgebe und in die geplagte Stadt zurückkehre."Ihm antwortete Pampinea, nicht minder fröhlich, alshatte auch sie alle die ihrigen bereits verscheucht:Dioneus,sehr wohl hast Du gesprochen; in Lust und Freuden müssenwir leben, denn aus keinem anderen Grunde sind wir demJammer entstehn. Weil aber Alles, das kein Maß undZiel hat, nicht lange sich erhalten kann, so meine ich,welche ich die Reden, aus denen eine so schöne Gesellschafthervorgegangen ist, begonnen habe, es sei nothwendig,daß wir Übereinkommen, einen Oberherrn zu erwählen,dem wir dann als unserem Gebieter gehorchen und Ehreerweisen, und dem die Sorge, unser lustiges Leben anzu-ordnen, allein überlassen bleibt. Damit indeß ein Jedervon uns zugleich die Last dieser Pflichten und das Ver-gnügen des Vorranges empfinde, und damit Keiner leerausgehend einen Andern in dieser oder in jener Hinsichtbeneiden könne, sage ich, Ehre und Beschwerde solle einemJeden für einen Tag zugetheilt werden. Wer unter unsder Erste seyn soll, das werde durch unsre gemeinschaftlicheWahl entschieden. In Zukunft aber mögen um die Abend-stunde Der oder Die Nachfolgen, die Dem oder Der be-lieben werden, welchen an dem Tage die Herrschaft zuge-siandcn haben wird. Wer nun auf solche Weise regiert,der möge wahrend der Dauer seiner Herrschaft nach Will-kür über Zeit, Ort und Einrichtung unseres Lebens ver-fügen und bestimmen."

Auf das beifälligste nahm' die Gesellschaft diese Worteauf und wählte sie zuerst einstimmig zur Königin desersten Tages. Philomele aber lief eilig nach einem Lor-beerstrauche; denn oft genug hatte sie sagen hören, wieehrenwerth dessen Zweige seien, und wie vieler Ehre Derwürdig sein müsse, der mit ihnen bekränzt zu werden