Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
22
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22 Erster Lag.

Amte anzunchmen." Neiphile aber wurde bei dieser Redeim ganzen Gesichte purpurroth vor Scham, denn siewußte, daß einer der jungen Männer sie liebte, und sagte:Pampinea, bei Gott, bedenke, was Du sprichst. Ichweiß gewiß von Keinem unter jenen, welcher cs auch sei,irgend etwas Anderes als lauter Gutes zu sagen; auchhalte ich sie zu weit größeren Dingen, als dieses ist, ge-schickt, und glaube gleichfalls, sie würden nicht allein uns,sondern auch viel Schöneren und Würdigeren, als wir essind, gute und anständige Gesellschaft leisten. Weil esaber offenkundig ist, daß sie in Einige, die sich unter unsbefinden, verliebt sind, so fürchte ich, Tadel und Schandekönnte uns ohne ihre und unsere Schuld daraus erwach-sen, wenn wir sie mit uns nähmen." Philomela ant-wortete darauf:Das hat nichts zu bedeuten; so langeich sittsam lebe, und mein Gewissen mir keine Vorwürfemacht, gilt es mir gleich, was man von mir redet; dennGott und die Wahrheit werden zu meinem Schutze dieWaffen ergreifen. Wären sie nur schon bereit, mit unszu gehen, so könnten wir wahrlich, wie Pampinea sagte,uns rühmen, das Glück begünstige unsere Unternehmung."Als die übrigen Mädchen diese Worte der Philomela ver-nommen hatten, beruhigten sie sich nicht allein, sondern sieverlangten mit allgemeiner Uebcreinstimmung, daß Jene ge-rufen, die Pläne der Mädchen ihnen mitgetheilt, und sieum die Gefälligkeit, ihnen Gesellschaft zu leisten, ersuchtwürden. Zu dem Ende erhob sich Pampinea ohne weitereWorte und ging auf die Jünglinge, mit deren Einemsie verwandt war, zu, grüßte die im Anschaun der Mäd-chen Verweilenden mit heiterem Gesichte und bat sie imNamen Aller, nachdem sie ihr Vorhaben zuvorauseinander-gesetzt, daß sie sich entschließen möchten, mit reinen undbrüderlichen Gesinnungen ihnen Gesellschaft zu leisten. DieJünglinge glaubten anfangs, man wolle ihrer spotten;als sie aber sahen, die Dame rede im Ernst, antwortetensie freudig, sie seien bereit. Dann verabredeten sie,