Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
18
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18 Erster Lag.

sie in schamlosen Liedern unser Unglück uns vorwerfen.Auch hören wir nie etwas Anderes, als, die und die sindtodt, jene Anderen liegen auf dem Tode, und außerdemwürden wir, wären noch Leute vorhanden, die es thunkönnten, nichts als schmerzliches Weinen vernehmen. Kehrenwir endlich in unsere Wohnungen zurück; ich weiß nicht,ob Ihr gleiches Schicksal mit mir theilt, aber ich fürchtemich, wenn ich von einer zahlreichen Familie Niemandmehr, als meine Magd, antreffe; alle Haare sträuben sichmir zu Berge, und wo ich .gehe und stehe, glaube ich nurdie Schatten meiner Verstorbenen nicht mit den gewohn-ten Zügen zu erblicken, sondern ich erschrecke vor ihremfürchterlichen, ich weiß nicht wodurch so sehr entstelltenAussehen. Aus allen diesen Gründen fühle ich mich hierund anderwärts und zu Hause unglücklich, und das umso mehr, da es mir unmöglich scheint, daß irgend Jemand,der noch Blut in seinen Adern hat und anders wohinzu gehn im Stande ist, außer uns hier geblieben sei.Auch habe ich gehört, daß, wenn noch Welche hier sind,diese allein und in Gesellschaft, ohne zwischen anständigenund unanständigen Frauen einigen Unterschied zu machen,sobald die Lust sie dazu antreibt, mit einer Jeden beiTage und bei Nacht vornehmen, was ihnen am meistenVergnügen gewährt. Und nicht allein die freien Leute,sondern auch Die, welche .in den Klöstern eingeschlossensind, haben unter dem Vorwände, was den Anderen nichtverwehrt werden könne, müsse auch ihnen freistehen, dieGesetze des Gehorsams über den Haufen geworfen, sichden fleischlichen Lüsten ergeben und sind, in der Hoff-nung, so dem Tode zu entgehen, ausschweifend und scham-los geworden.

Verhält es sich aber so, und, daß es sich so verhält, istoffenbar, was thun wir denn hier? Worauf warten undwas träumen wir? Warum sind wir saumseliger undträger, unsere Gesundheit zu schützen, als alle unsere übri-gen Mitbürger? -Salten wir uns denn weniger werth, als