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Erster Tag.
erreichte, sondern nur Diejenigen vernichtete, die sich inner-halb der Mauern dieser Stadt betreten ließen, oder alsob Niemand mehr in der Stadt verweilen sollte und ihreletzte Stunde gekommen wäre.
Obgleich nun diese verschieden Gesonnenen nicht allestarben, so kamen sie doch auch nicht alle davon, sondernviele von den Anhängern einer jeden Meinung erkrankten,wo sie sich auch befanden, und verschmachteten fast ganzverlassen, wie sie dazu Denen, die gesund blieben, solange sie selber gesund waren, das Beispiel gegeben hat-ten. Ich schweige davon, daß ein Mitbürger den anderenvermied, daß der Nachbar fast nie den Nachbaren pflegte,und daß die Verwandten selten oder nie einander besuch-ten; aber mit solchem Schrecken hatte dieses Elend dieBrust der Männer wie der Weiber erfüllt, daß ein Bru-der den andern im Stiche ließ, der Oheim seinen Neffen,die Schwester den Bruder und oft die Frau den Mann,ja was das Erschrecklichste ist und kaum gläublich scheint,Väter und Mütter weigerten sich ihre Kinder zu besuchenund zu warten, als wären es nicht die ihrigen. In die-ser allgemeinen Entfremdung blieb den Männern undFrauen, die erkrankten, und ihre Zahl war unermeßlich,keine Hülfe, außer dem Mitleiden der wenigen Freunde,die sie nicht verließen, oder dem Geize der Diener, die sichvom großen und übermäßigen Lohne zum Dienen bewegenließen. Aber auch der Letztem waren nicht viele zu fin-den, und die sich noch dazu hergaben, waren Männeroder Weiber von geringer Einsicht, die meistens auch zusolchen Dienstleistungen gar kein Geschick hatten und kaumetwas Anderes thaten, als daß sie den Kranken Dies oderJenes darreichten, was sie gerade verlangten oder zusahen, wennsie starben. Dennoch gereichte ihnen oft ihr Gewinn beisolchem Dienste zum Verderben. Daraus, daß die Kran-ken von ihren Nachbaren, Verwandten und Freunden ver-lassen wurden und nicht leicht Diener finden konnten,entstand der Gebrauch, dessen gleichen man nie vorher ge-