Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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Erster Tag.

und wieder schüttelten, nach kurzer Zeit aber, nach einigemZucken, als hatten sie Gift genommen, auf die übel zu-gerichteten Lumpen todt zu Boden sielen.

Aus diesen und vielen andern ähnlichen und schlim-meren Ereignissen entstand ein allgemeines Schrecken undmancherlei Vorkehrung Derer, die noch am Leben waren,welche fast alle zu ein und demselben grausamen Zielehinstrebten, die Kranken nämlich, und was zu ihnen ge-hörte, zu vermeiden und zu fliehen, in der Hoffnung, aufsolche Weise sich selber zu retten. Einige waren nun derMeinung, durch ein mäßiges Leben und durch Enthalt-samkeit von allem Ueberflusse vermöge man besonders die-sem Nebel zu widerstehen. Diese bildeten sich eine Gesell-schaft und lebten, getrennt von den Uebrigen, verschlossenin Häusern, in welchen kein Kranker sich befand, beisam-men. Hier genossen sie die feinsten Speisen und ausge-wähltesten Weine mit großer Mäßigkeit und ergötztensich, jede Ausschweifung vermeidend,- mit Musik und an-deren Vergnügungen, die ihnen zu Gebote standen, ohnesich dabei von Jemand sprechen zu lassen und um Krank-heit oder Tod außer ihrer Wohnung sich irgend zu beküm-mern. Andere aber waren der entgegengesetzten Meinungzugethan, und versicherten, viel zu trinken, gut zu leben,mit Gesang und Scherz umherzugehen, in allen Dingen,so weit es sich thun ließe, seine Lust zu befriedigen, undüber jedes Ereigniß zu lachen und zu spaßen, sei dassicherste Heilmittel für ein solches Uebel. Diese verwirklich-ten denn auch ihre Reden nach Kräften; sie gingen beiNacht wie bei Tag bald in dieses bald in jenes Weinhaus,tranken ohne Maß und Ziel, und thaten dies Alles infremden Häusern noch weit ärger, ohne dabei nach etwasAnderm zu fragen, als ob dort zu finden sei was ihnenzu Lust und Vergnügen dienen konnte. Dies wurde ihnenauch leicht; denn als wäre sein Tod gewiß, so hatte einJeder sich und Alles, was ihm gehörte, aufgegeben. Da-durch waren die meisten Hauser herrenlos geworden, und