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Erster Tag.
oder Vorkehrung, obgleich man es daran nicht fehlen unddie Stadt durch eigens dazu ernannte Beamte von allerUnsauberkeit reinigen ließ, auch jedem Kranken den Ein-tritt verwehrte und über die Bewahrung der Gesund-heit viel Rathschlage hielt. Eben so wenig nützten diedemüthigen Gebete, die nicht ein, sondern viele Male inwohlgeordneten Processionen und auf andere Weise vonden frommen Leuten Gott vorgetragcn wurden. Ohnge-fähr zu Anfang des Frühjahrs im vorhingenannten Jahrebegann die Krankheit schrecklich und auf wunderbare Weiseihre verheerenden Wirkungen zu zeigen. Dabei war abernicht, wie im Orient, das Nasenbluten ein offenbaresZeichen unvermeidlichen Todes, sondern es kamen zu An-fang der Krankheit, gleichmäßig bei Männern wie beiFrauen, an den Weichen oder in den Achselhöhlen gewisseGeschwülste zum Vorschein, die manchmal so groß wieein gewöhnlicher Apfel, manchmal wie ein Ei wurdenbei den Einen sich in größerer, bei den Andern in ge-ringerer Anzahl zeigten und schlechtweg Pestbeulen ge-nannt wurden. Von den genannten Theilen des Körpersaus verbreiteten sich diese tödtlichen Pestbeulen in kurzer Zeitohne Unterschied über alle übrigen. Später aber gewanndie Krankheit eine andere Gestalt, und Viele bekamen aufden Armen, den Lenden und allen übrigen Theilen desKörpers schwarze und bräunliche Flecke, die bei Einigengroß und sparsam, bei Anderen aber klein und dicht wa-ren. Und, sowie früher die Pestbeule ein sicheres Zeichenunvermeidlichen Todes gewesen und bei Manchen nochwar, so waren es nun diese Flecke für Alle, bei denen siesich zeigten. Dabei schien es, als ob zur Heilung diesesUebels kein ärztlicher Rath und die Kraft keiner Arzeneiwirksam oder förderlich wäre. Sei es, daß die Art dieserSeuche es nicht zuließ, oder daß die Unwissenheit der Aerzte(deren Anzahl in dieser Zeit, außer den wissenschaftlich ge-bildeten, an Männern und Weibern, die nie einigen ärzt-lichen Unterricht genossen hatten, übermäßig groß geworden