Pest in Florenz.
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vor Kurzem einen Jeden, der sie sich oder sonst kennenlernte, in Trauer versetzt hat, an seiner Stirne tragt.Doch wünsche ich, daß ihr euch deshalb nicht vom Weiter-lesen in dem Glauben abschrecken lasset, ihr werdet immerzwischen Seufzern und Thränen lesend hindurchgehenmüssen. Dieser fürchterliche Anfang soll euch nicht anderssiin, wie den Wanderern ein steiler und rauher Berg, indessen Nahe eine schöne und anmuthige Ebene liegt, dieihnen um so wohlgefälliger scheint, je größer die Anstren-gung des Hinauf- und Herabsteigens war. Und wie derSchmerz sich an das Uebermaß der Lust anreiht, so wirdauch das Elend von der hinzutretcndcn Freude beschlossen.Dieser kurzen Trauer, kurz nenne ich sie, weil sie in we-nig Zeilen enthalten ist, folgen alsbald die Lust und dieSüßigkeit, die ich euch oben versprochen habe, und dieman nach einem solchen Anfänge, ohne ausdrückliche Ver-sicherung, vielleicht nicht erwarten würde. In der That,hatte ich euch füglich auf einem andern und minder rauhenWege als dieser dahin führen können, wohin ich es wünsche,so hatte ich es gern gethan. Weil aber ohne diese Er-wähnung nicht berichtet werden konnte, warum geschah,was weiterhin zu lesen ist, entschließe ich mich gewisser-maßen nothgedrungen zu dieser Beschreibung.
Ich sage also, daß die Jahre von der heilbringendenMenschwerdung des Sohnes Gottes schon bis zur Zahlein tausend dreihundert und acht und vierzig angewacksenwaren, als das tödtliche Pestübel in die herrliche StadtFlorenz, die vor allen andern in Italien schön ist, gelangte,nachdem es einige Jahre früher in den Morgenlanden, ent-weder durch Einwirkung der Himmelskörper, oder als eineim gerechten Zorne über unseren sündlichen Wandel, vonGott den Menscken herabgesandte Strafe begonnen, dorteine unzählbare Menge Lebendiger getödtet hatte und, ohneanzuhalten, von Ort zu Ort sich verbreitend, nach denabendländischen Gegenden jammerbringend vorgeschrittenwar. Gegen dies Uebel half keine menschliche Klugheit