Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
XCII
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XVII

Giovanni Boccaccio.

niß gemacht'). Außerdem sind mir die Übersetzungen vonSchaum, von Röders und von einem Ungenannten(München bei Michaelis) bekannt geworden und häufigverglichen, wenn auch meist nur wegen der Curiosi'taten,an denen es nicht darin fehlt.

Die Aufgabe, welche ich mir bei meiner Arbeit gestellthabe, ist dieselbe, die Schleiermacher^) so meisterhaftvorgezeichnet und in ihren Schwierigkeiten und unübsrsteig-baren Schranken charakterisier hat: der Leser sollte durchdie Uebersetzung so viel als möglich denselben Eindruck er-halten, den auf den Uebersetzer (dessen genügende Vorberei-tung und Umsicht vorausgesetzt) das Original machte.Der Leser sollte also in der deutschen Rede den Laut derfremden Sprache, und zwar djie eigenthümliche Tonart der-selben durchklingen hören, die gerade dieser Schriftstellerangeschlagen. Wie leicht ein solches Bestreben zur Schwer-fälligkeit führen, ja unverständlich machen kann, ist wederzu verkennen, noch fehlt es in dieser Hinsicht an warnen-den Beispielen. Sollte diese Gefahr vermieden werden, sodurfte ich einzelne Abweichungen von der Strenge jenesPrincipes, wie auch Schleiermacher sie zuläßt, nicht scheuen.Der Uebersetzer mußtedie Kenntnis der fremden Weltdes Verfassers, die er bei dem Leser nicht voraussehen kann,aus die kürzeste, zweckmäßigste Weise suppliren und über-all die größere Leichtigkeit pmd Natürlichkeit des Originalsdurchleuchten lassen." Hierher gehört die Vertauschung ita-lienischer Witzworte und sprichwörtlicher Reden mit deutschen. Nur dazu habe ich mich durchaus nicht entschließen

1) Ein ausführlicheres Urtheil habe ich in der Vorrede zurersten Ausgabe dieses Buches S. VIIIX. ausgesprochen.

2) In der Ankündigung heißt es:Das Dekameron wurdezwar schon in einigen Uebersehungen dem deutschen Publikum indie Hände gegeben; noch nie aber in einer vollständigen wort- undsinngetreuen, wie hier geschieht."

3) lieber die verschiedenen Methoden des Uebersehens.