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1 (1843)
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Giovanni Boccaccio.

zum Grunde liege. Allerdings aber erscheint es als zweifel-haft, ob unter den nach Santo Spirito gekommenen Bü-chern sich überall ein Manuscript des Dekameron befunden.Wie große Gewissensbisse sich Boccaccio in spateren Jah-ren über die unzüchtigen und gegen die Geistlichkeit gehäs-sigen Stellen des Buches machte, haben wir oben berich-tet, und Derjenige, der dies Legat zuerst empfangen sollte,war Boccaccio's Beichtvater! Hatte nicht vielleicht derVerfasser in einer Aufwallung der Reue seine Original-handschrift verbrannt, oder sie doch von den Büchern aus-geschlossen, die Beichtvater und Kloster erhalten sollten?Dennoch vermuthe ich das Gegentheil, das bei so viel-fachen ähnlichen Inkonsequenzen der Zeit uns nicht füglichüberraschen kann. Bemerkenswerth ist nämlich in dieserHinsicht, daß unter den älteren Ausgaben gerade die beidenersten, vor dem Brande von Santo Spirito entstandenen,nach Buonamici's') Untersuchungen, den correctesten,mit dem Mannelli'schen genau verwandten Text bieten.Diese Spur dürfte nun, wie mich dünkt, zu verfolgen undzu ermitteln sein, ob jene ältesten Ausgaben nicht eine er-hebliche Zahl von Berichtigungen zu geben vermöchten.

Ueber setzt ist das Dekameron in die verschiedenstenSprachen. Von manchen Novellen haben wir lateinischeBearbeitungen. Bemerkenswerth ist darunter die der Gri-seldis von Petrarca in doppelter Beziehung. Einmal istsie von einem Schreiben an Boccaccio begleitet, in demLaura's gelehrter Verehrer dem Freunde mit sehr vorneh-men Wohlwollen schreibt, er habe das Buch der hundertGeschichten zufällig zu sehen bekommen und natürlich nurZeit gehabt, ganz wenig darin zu lesen, aber Einiges rechthübsch gefunden und Anderes mit der damaligen Jugenddes Verfassers entschuldigt. Zweitens hat Petrarca, in demGlauben, die mangelhafte Arbeit des Verfassers wesentlichzu bessern, sich eine Menge von Veränderungen erlaubt,

I) Letter» I^oiulari, 1725^ keplica k.ai'is 1729.