Giovanni Boccaccio.
DXXXIX
ßen. Besonders treu haben dies Poggiali (Livorno, an-geblich London 1789. 90), Ferraris (Milano, Olassiei1803) ') und Vitarelli (Venedig, I8II) gethan. Weit-aus die vorzüglichste unter allen Ausgaben ist indeß diedes Abate Michele Colombo (Parma 1818, 8 Sedez-bande), sowol durch ihre ausgezeichnete Correctheit, alsdurch die sprachlichen Anmerkungen, die der Herausgebertheils seinen Vorgängern (Ruscelli, Rolli, Martinelli) ent-lehnt, theils und hauptsächlich selbst hinzugefügt hat^).Die neueren Herausgeber (Molini, Florenz 1820 und1827. lkino. Ugo Fvscolo, London, Pickering, 1825,3 Bde. 8vo und der Adruck davon im kuriinssa ltulisno con-tiu'mto, Leipzig 1833 u. s. w.) haben nur das Verdienst, diegleiche Richtung mit größerer oder geringerer Sorgfalt ver-folgt zu haben. Am nächsten an Colombo schließt sich derAbdruck in der Moutier'schen Ausgcwe von Boccaccio'ssämmtlichen Werken an (Florenz >827), leider sind indeßweder die Anmerkungen vollständig ausgenommen, noch istder Tert ein irgend correcter zu nennen.
Sollte für die Berichtigung des Dekameron, die aller-dings an manchen Stellen als Bedürfniß erscheint, nochirgend Erhebliches gethan werden, so käme es auf dieVoruntersuchung an, ob sich annehmen lasse, daß uns vonBoccaccio's Originalmanuscript noch andere Spuren, alsdurch Francesco Mannelli erhalten seien. Wir wissen, daßdie gesammte Büchersammlung des Verfassers durch Ver-mächtnis an das Kloster Santo Spirito kam, und daeine Clausel des Testamentes ausdrücklich verlangt, daß jeneManuscripte, selbst zum Abschreiben, frei zugänglich bleibensollen, so liegt es nahe, zu vermuthen, daß auch anderenHandschriften, oder daß alten Drucken eine solche Benutzung
1) In dieser Ausgabe sind die^nnotarion, der Deputat! wie-der abgedruckt.
2) Diese Ausgabe ist der gegenwärtigen Uebcrsetzung zumGrunde gelegt.