Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
LXXXIII
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Giovanni Boccaccio.

LXXXIll

z. B. im Tedaldo. Theils aber ist es allerdings die, vonTieck im weitesten Umfange verfolgte, Aufgabe der Novelle,Paradoxes, ja völlig Verkehrtes nach den verschiedenstenRichtungen hin scharfsinnig zu verfechten, theils liegen jeneVerkettungen von Trugschlüssen gerade unserer Denkweisegewiß zu fern, um von ihnen die mindeste Gefahr besor-gen zu können.

Zwischen dem Entstehen des Dekameron und den erstengedruckten Ausgaben') desselben ist wenig mehr als einJahrhundert verstrichen. Den vermuthlich ältesten Abdruck(um 1470 ) pflegt man nach den Schlußworten: veo Zrs-tias zu nennen. Die Valdarfer'fche Ausgabe von 1471(Venedig) genießt bei den Biblivmanen ein von keiner an-dern typographischen Seltenheit erreichtes Ansehen. DerMarquis Blandford erkaufte ein vollständiges Exemplar vonihr in der Roxburgh'schen Auction im Jabre 1812 für2260 Pfund Sterling. Dieser Kauf war es, der zu derErrichtung des Roxburghclubs Anlaß gab, in dem dieBibliomanie ex proissso betrieben ward. Schon siebenJahre später kam indeß dasselbe Exemplar noch einmalunter den Hammer, und wurde von Lord Spencer für018 Pfund erstanden. Wie hätte selbst diese letzteSumme genügt, um den Geldverlegenheiten des armenBoccaccio für immer abzuhelfen! Unter den ziemlichzahlreichen Ausgaben des fünfzehnten Jahrhunderts, dienoch außer diesen beiden uns bekannt sind, verdient eine,vom 20. April 1482 bis zum 13. Mai 1483 aus derDruckerei von San Jacopo di Ripoli hervorgegangene, alsein Curiosum Erwähnung. Jene Druckerei gehörte näm-lich zu einem Nonnenkloster; die frommen Schwesternsetzten, druckten, hefteten selbst, was ihnen von Buchhänd-lern aufgetragen ward, wie die noch erhaltenen Kloster-

I) Wergl- Serie il, testi lXro. 166 sqq.