Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
LXXIV
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l,XXIV

Giovanni Boccaccio.

Schluß der letzten Geschichte jenes Büchleins steht der zwei-ten Geschichte des dritten Tages Verwandtes.

Den'französischen Quellen haben französische Schrift-steller, wie Ginguene') mit ehrenwerther Aufrichtigkeitanerkennt, viel zu großes Gewicht beigelegt. Außer IV. l),welcher Novelle die proven^alische Biographie des Guillemvon Cabestaing, die auch in Lais bearbeitet wurde, zumGrunde liegt ^), und außer V. -1, die aus »larie cle Trancestammt, lassen sich nach Du Me'ril nur Ul. 8, VII. 7,VIII. I, VIII. 4, IX. 6 und IX. 10 (einigermaßen auchIV. 3) auf Fabliaux zurückführen. In welcher Gestaltdagegen die Geschichte der Griseldis (X. 10) in Frankreichverbreitet gewesen, bleibt auch nach den Mittheilungen vonDu Me'ril noch zweifelhaft. Bretonischen Ursprungswäre nach V. Schmidt ''l die fünfte Geschichte des zehntenTages.

Gewiß die Mehrzahl von Boccaccio's Novellen grün-det sich, wie großentheils schon die locale Färbung anzeigt,auf unmittelbare Ueberlieferungen, und wenigstens vonIV. 6 ist die geschichtliche Wahrheit durch Manni^) nach-gewiesen.

Die Forschungen über die Quellen des Dekameronsind von Manni, Lami, Valentin Schmidt undEde'lestand du Me'ril in den mehrfach erwähnten Schrif-ten mit vielem Fleiße angestellt, doch sind die Materialienohne Zweifel noch lange nicht in gehörigem Umfange zu-gänglich und durchforscht, um die Untersuchung für beendigthalten zu können. Alle diese Schriftsteller haben zwei an-dere Aufgaben mit der von uns ausschließlich berücksichtig-ten verbunden: nämlich die Erläuterung der im Dekame-

1) 8toria lleiin lett itai. III. 21418.

2 ) Diez, Leben und Werke der Troubadours, S. 1190.S) Oeuvres I. 314

4) Beiträge, S. 100. 101.

5) Istoria p. 293.