Giovanni Boccaccio.
I.XXI
Boso da Gubbio oder Giovanni Villani VIII.35), so ist-die Zahl derjenigen, die in das Dekameron ausandern Quellen übertragen sind, äußerst gering. Der Ur-sprung einiger Geschichten läßt sich bis in den Orient, jabis nach Indien verfolgen; natürlich waren sie indeß anBoccaccio nicht nur aus der zweiten Hand, sonderndurch eine ganze Kette von Vermittelungen gekommen.Häufig ist sogar dieselbe, ursprünglich orientalische, Ge-schichte auf mehr als einem Wege nach dem Westen ge-drungen, sodnß es in solchem Falle schwer sein kann, zuentscheiden, in welcher Gestalt sie zu Boccaccio's Kundegelangte.
Wenigstens von einer Novelle (VIl. 8) finden sich dieGrundzüge schon in dem sanscritischen oder
dem Auszuge daraus: 8itä packesa. Bekanntlich wurdediese Fabelsammlung unter dem Namen des Uichwi schonfrühe ins Persische, und aus diesem bald darauf unterdem Titel: Kalilall va Oimnall ins Arabische übersetzt.Sowol die griechische Uebersetzung des Simeon Sekhusaus dem letzteren (1100), als die lateinische Version, welcheJohannes von Caxua 1202 nach einer hebräischen Ueder-setzung des indischen Originals (vom Rabbi Joel) machte,waren im Occident verbreitet. Auch war die spanischeBearbeitung des arabischen Textes (1251) ins Italienischeübertragen und Stücke daraus, wie namentlich das hierin Rede stehende, in französischen Fnbliaux bearbeitet ').
Eine andere Novelle derselben Giornata (die sechste)stammt aus dem O»Io>,atllos des sogenanntender wieder durch syrische Vermittelung aus Indien ge-bracht ist. Syntipas.ist aber bekanntlich die Quelle des weitverbreiteten Buches von den sieben weisen Meistern, das nach
i) Görres, Teutsche Volksbücher. S. 163—73. Wal.Schmidt, Anmerk. zum Straparola S. 308. Rosenkranz,Allgem, Geschichte der Poesie, I. 72—74. LklsAstanll cln ltlerll,Histoire 4« 1a poösie Soanäinave p. 354.