Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
LXVII
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Giovanni Boccaccio.

LXVIl

der dritten Giornate schildert, am Sonntag Morgen zog,und wo sie volle 10 Tage (bis zum Mittwoch Morgen-verweilte. Wo endlich dem Fiesolaner Borge gegenüberder Affrico in den Mugnone mündet (unter dem Claustrodella Doccia), da erkennt man das am Schluffe der sechs-ten Giornata so anmuthig beschriebene Frauenthal').

In Handschriften und Ausgaben trägt das Werk einendoppelten Titel an der Spitze: Dekameron, von derZahl der Tage, an deren jedem zehn Geschichten erzähltwerden, und „principe 6s1eottn." Auch bei Dante (1n-t'ernn V. 137) kommt das Wort Oaleoit» in dem Sinnevon Kuppler vor; offenbar weil in der Geschichte des Lan-celot vom See Galealt es ist, auf dessen Bitte die Köni-gin Ginevra dem Lancelot ihre Liebe zuwendet und ihnküßt. Vermuthlich also wählte Boccaccio diesen Beinamenseines Werkes, um anzudeuten, er sehe voraus, daß ebensowie Paolo Malatesta, als er mit Franccsca von Riminidie Schilderung der Liebe von Lancelot und Ginevra las,den Muth gewann, seine Francesca, obwol zitternd, zu küs-sen, auch in Zukunft das Dekameron noch häufig schüch-terne Liebeswünsche werde zur kecken That werden lassen. —Anscheinend im Widerspruche mit einem solchen Titel, so-gar einem doppelten, steht es, wenn Boccaccio im Ein-gänge der vierten Giornata sagt, er habe das Buch senratitol» (ohne weitere Bezeichnung) geschrieben, und es hatdaher nicht an Solchen gefehlt, welche Dekameron undprincipe Oaleotto für willkürliche Zusätze der Abschreiber ge-halten Habens. Die Deputat! meinen, das serwa tltolnsolle nur soviel heißen, als: der Verfasser habe dem Bucheseinen Namen nicht vorangestellt, und dem pflichtet Fiacchi')bei. Da indeß Boccaccio am Ende der Genealogie derGötter, nachdem er von der Zueignung des Buches an

>> Bergl. die Abbildung bei L-MeW zu p. 284.

2) Osseivniuoin «u> veeunierons. I'ir. 182t. p. 73.

2) a. a. O. I>. 68.