Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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LXVI
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LXVI

Giovanni Boccaccio.

deutung, wie er denn sich selber bald Pamsi'lo, bald Dio-neo u. s. w. nennt, wahrend umgekehrt in der TheseidePamsilo der Name eines Dieners ist. Ueberhaupt dürstenur der Charakter des Dioneo als ein festausgeprägter zuerkennen sein. Sowie aber Boccaccio die im Dekamcronredenden Personen bereits in früheren Schriften uns theil-weise vorgeführt hat, so ist auch die ganze Anlage, unterden Genossen eines heiteren Kreises wechselnder, ein gemein-sames Ziel verfolgender Erzählungen von dem Verfasserschon im Filocopo und Ameto, obwol mit unvollkomme-nerem Erfolge, versucht worden. Einzelne Geschichten sindsogar, wie bereits hervorgehoben ward, dem Filocopo mitdem Dekameron gemeinsam.

Wenn in den meisterhaften Naturschilderungen, die wieein reich geschmückter Rahmen zwischen den Erzählungenzu Anfang und zu Ende der einzelnen Tage sich hinziehen,der heitere Charakter des Florenz zunächst umgebendenHügellandes nicht zu verkennen ist, so haben die Bewoh-ner jenes glücklichen Thales es auch an sorgsamen Unter-suchungen nicht fehlen lassen, um die geschilderten Scenenin der Wirklichkeit spcciell nachzuweisen. Außerhalb derPorta a Pinti, kaum zwei Miglien von der Stadt ent-fernt, liegt der Poggio Gherardi, der vermuthliche Schauplatzder zwei ersten Giornaten (vier Tage, Mittwoch bis Sonn-abend). Wer dagegen von dem San Gallvthor aus-gehend den Weg nach Fiesole einschlägt, trifft kurze Zeit,nachdem er aus dem Mugnonethal aufzusteigen begonnen,in der Gegend, wo links im Thal die Badia sichtbar wird,auf einem Vorhügel behaglich ausgebreitet, über bedeuten-den Substructionen eine palastähnliche Villa. Dies istdie Villa Tre visi, nach ihren Besitzern Villa Altieri ge-nannt '), wohin die heitere Gesellschaft, wie die Einleitung

i) Wergl. die nicht sehr getreue Abbildung bei Laillettr zuI>. 75.