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1 (1843)
Entstehung
Seite
LXV
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ersten Giornaten damals schon selbständig verbreitet undGegenstand ungünstiger Beurtheilung geworden warenMan möchte vermuthen, daß die übrigen sieben Tage eben-falls in zwei Halsten (etwa Tag vier bis sieben, und Tagacht bis zehn) verbreitet worden seien; doch findet sich da-von keine Spur. Am Schluffe des ganzen Buches(S. 302) nennt Boccaccio seine Arbeit eine langwierige;es ist also nicht zu bezweifeln, daß das Dekameron erstmehre Jahre nach 1338 vollendet sein kann. Die neuerenSchriftsteller nehmen das Jahr 1353 an und citirenSalviati^) dafür als Gewährsmann; dieser sagt abernur, wenn es anders wahr sei, daß das Dekameron imJahr >353 vollendet worden, sei der Brief an Pino deiRosst um 7 bis 8 Jahre jünger. So bleibt denn jeneAngabe nur eine annähernde.

Als Anlaß der Arbeit erwähnt Boccaccio in dem Briefean Mainardo Cavalcanti'), er habe majori coacius im^e-rio geschrieben. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist an einenBefehl der Königin Johanna zu denken, an deren Hofedie Mehrzahl dieser Geschichten vermuthlich schon frühererzählt worden war.

Die sieben Mädchen und die drei Jünglinge, die derPest entfliehend in anmuthig ländlicher Einsamkeit sichdiese hundert Geschichten erzählen, als historische Personenzu ermitteln, ist mehrfach versucht worden; entschieden aberwol mit Unrecht. Allerdings kommt ein Theil dieser sin-girten Namen schon in Bvccaccio's früheren Schriften vor(Fiammetta, Pamsilo, Filostrato, Dioneo); aber schon indiesen wechselte der Verfasser mit der ihnen beigelegten Be-

1) Es scheint mir nicht unwahrscheinlich, dH Boccaccio diesedrei Giornaten dem Francesco dei Bardi mit dem S. XXIV. er-wähnten Briefe schon IN4!) zusandte.

2) dsllri. lipAurr II. 12.

3) d. letteint. 1H KIolüü Ln'. 180?.