Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
LVIII
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Giovanni Boccaccio.

teren Octaven gedichtet, ist dasMmtnle kiosolana"').Afticus, der Sohn eines Landmannes im Thal unter Fie-sole, sieht unter den der Diana geweihten Nymphen, dieewige Keuschheit gelobt haben, die Mensola und folgt, vonihr unbemerkt, ihr oft in Liebe nach. Endlich mischt ersich auf den Rath der Venus in Frauenkleidung unterdie Schaar der jagenden Nymphen. Spater ladet dieHitze des Tages zum Bade, und als die übrigen Nym-phen, wie sie gewahr werden, daß Afticus ein Mann sei,entfliehn, gelingt es ihm, Mensola zu halten, und endlichsogar, sie zur Liebe zu bewegen. Sie verspricht, am näch-sten Tage zurückzukehren, wird aber von Scham undReue zurückgehalten, weshalb Afticus verzweifelnd sich denTod gibt. Mensola gebiert ein Knäblein, das Pruneusgenannt wird; Diana aber entdeckt ihre Schande und ver-wandelt die Fliehende in das Bachlein, das noch heute ih-ren Namen führt- Pruneus indeß erwachst zur Freudeseiner Großeltern, und als Atalan und Elektra (lange vordem trojanischen Kriege) mit ihrem Astrologen Apolloniusins Land kamen, um Fiesole zu gründen, wird Pruneusihr Seneschall und bauet die Domkirche von Majano. --Die ersten zwei Zeilen einer Strophe (274) stimmen soganz mit einem Sonette Petrarca's (öene-latto sia'I Aiornoe'I wese s I'snno) überein, daß nothwendig der eine vondiesen zwei Freunden den andern abgeschrieben haben muß; doch wol Boccaccio den Dichter von Vaucluse.Schlegel (S. 35) hält dafür, daß Boccaccio in diesemGedichte seine Eigenthümlichkeit am vollständigsten aus-gesprochen habe.

Nur flüchtige Erwähnung verdient die schmutzige Schmäh-schrift:>I 6c>rbaccuc>" auch ,,IHrinto ci'^more" ^) ge-

1) Latckett?', p. 64. 65. Schlegel, S. 21. 22. Samba,Nco. 22628.

2) LaicieM, p. 121 - 23. Schlegel, S. 22.23. Sambo,