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1 (1843)
Entstehung
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LIX
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Giovanni Boccaccio. i-ix

nannt, in welcher Boccaccio (um 1355), freilich im erle-sensten Italienisch, an einer Witwe, die seine brieflichenLiebeswerbungen, ohne seincn Namen zu wissen, willig aus-genommen, dann aber den ihr in Jahren schon zu weitvorgeschrittenen Verehrer mit Spott zurückgewiesen, dadurchRache nimmt, daß er den Geist ihres verstorbenen Man-nes erscheinen und sich von diesem, nach vielem Schlim-men, das von den Frauen überhaupt gesagt wird, alle dienicht eben sauberen Mysterien seiner Ehe berichten laßt.Unerklärlich ist mir, wie Schlegel dazu gekommen sei, Eor-baccio durch Geißel zu erklären. Baldelli sagt, dieWittweselbst solle mit diesem Worte bezeichnet werden; doch findeich sie wol Dr.igo, nicht aber tünrbaccia genannt. Ichvermuthe, der Autor habe das Buch, als eine bösartige,mit dem Schnabel hackende Krähe, so nennen wollen.

Rühmend zu nennen ist dagegen der Trostbrief anMesser Pino de Rossi'), der, als in die ghibellinischeVerschwörung des Jahres 1360 verwickelt, exilirt wordenwar. Die männliche und edle Sprache, die in wohldurch-dachter Ordnung zusammengestellte Reihe von Trostgrün-den, machen einen durchaus würdigen Eindruck, und dasGanze schließt friedlich und wohlthuend mit der anziehen-den Schilderung^ des Landlebens in Certaido.

Die übrigen Briefe Boccaccio's, lateinische und italienische,soweit sie gedruckt vorhanden, oder ihrem Inhalte nach be-kannt geworden sind, namentlich auch der an Nelli, denPrior von Santi Apostoli °), sind oben in der Biographiezum größten Theile erwähnt. Als Curiosttät kann etwanoch angeführt werden, daß wir auch einen Brief in nea-politanischer Mundart von Boccaccio besitzen. Leider liegtein beträchtlicher Theil jener Briefe noch ungedruckt inmehren Bibliotheken, besonders in der von Siena; ein

1) DaicieUi, I>. 14650. Samt,«, r^o. 21113.

2) Latcieiki, p. 16870. idiro. 214. 15.