cio's, doch sind die Verse leicht und angenehm, wenn auchmitunter etwas flüchtig und auch in der Sprache ange-messener Würde mitunter ermangelnd. Einzelne Schil-derungen, namentlich von Naturscenen, sind anmuthigund geschickt, und ein ausgezeichneter Schriftsteller derneueren Zeit') hat dem ganzen Gedichte das größte, viel-leicht ein zu hoch gesteigertes Lob gegeben. — Im sechs-zehnten Jahrhundert wurde die Theseide in gereimte neu-griechische Verse übersetzt").
Der "), dessen Scene Boccaccio, der inzwischen !
von Neapel nach Florenz heimgekehrt war, in das Mugnone- ^
thal am Fuß des Hügels von Fiesole verlegte, schildert j
einen Jager (nicht Hirten, wie Schlegel sagt), ein rohes Kind !
der Natur, der durch Liebe und Bewunderung sür Schön- !
heit und Tugend zum Höchsten hingeführt wird. An Alle-gorien ist auch dies Idyll nur allzureich''), doch sinddie frostigen Fictionen in lebenswahren Gestalten und Ge- ^
schichten verkörpert. Die Prosa ist gehaltener und klang- ^
voller, als im Filocopo, und die eingestreuten 19 Capitoli !
in Terzinen bekunden eine größere Herrschaft über die !
Sprache als die Verse der Theseide. !
Die ,Hmorosa visione"^), ein Gedicht in Terzinen, !
in dem die Anfangsbuchstaben der Verse zwei Sonette an I
Maria und eine Art Ballette an den Leser bilden, führt !
in wohlklingenden, sorgfältig behandelten Versen den Autor !
zum Tempel des menschlichen Glückes, wo er in einzelnen !
Visionen den Triumph der Weisheit, des Ruhmes, des !
1) 7'anlrrl, mi tlie i'nnnwtio nneentlve guetezr „s
t!>e Itnllnn«. 1>«N<I. 1830. g. 150 — 00.
2) 6h<7A>? /chio« Venet. 8itt>i«, 1520. 4.
3) Schlegel, S. 17—20. blro. 200—02. Lal-
ttelil, i>. 40—52.
4) LEettl, l. 207 — 00 findet in ihnen wieder die My-
sterien der Aufnahme unter die Albigenser.
5) LalklkM, I>. 61—04. Schlegel, S. 20. 21.