Giovanni Boccaccio. uv
kehrt dieser aus Liebe zu Emilien zurück, worauf ec sich demDiener des Palamon, Pamphilus, entdeckt. Palamon,von Eifersucht gequält, entflieht dem Gefangniß und trifftmit Archytas, um mit ihm zu kämpfen, zusammen. The-seus und Emilie trennen sie und bestimmen, daß ein feier-liches Turnier über den Besitz der Letzteren entscheiden solle..Nicht nur der Atheniensische Adel, sondern auch viel fah-rende Ritter nehmen an diesem festlichen Kampfe Theil,der nach allen Regeln der Courtoisie im Theater gehaltenwird, und in den auch die Götter sich einmengen. Ar-chytas bleibt Sieger; weil ihm aber bei der Heimkehr einevon Venus abgeschickte Furie in den Weg kommt, über-stürzt sich sein Pferd und verletzt ihn. Das hindert nicht,daß die Verlobung mit Emilien in Freuden und großerZärtlichkeit gefeiert wird. Nach einigen Tagen aber ver-kündet der Arzt, daß Archytas nicht am Leben bleibenkönne. Emilie pflegt ihn bis zum Tode und nimmt un-ter Thränen und Küssen rührenden Abschied; dann abervermählt sie sich nach des Verstorbenen Geheiß mit nichtminderem Aufwand von Glück und Liebe dem Palämon.— Es ist dies Gedicht das erste, das in achtzeiligen Stan-zen, einer Form, die spater zur fast ausschließlichen fürähnliche Werke ward, geschrieben ist; völlig irrig ist es,wenn Mazzuchelli') behauptet, Boccaccio bezeichne sichin der 84. Stanze des 12. Gesanges selbst als den Er-finder der ottav» riina, da jene Stelle nichts Anderessagt, als das Gedicht sei das erste, das in Italien vonKriegsthaten singe ^).— Die Behandlung leidet entschiedenan den oben gerügten Fehlern der Jugendarbeiten Boccac-
1) p. 1332 124.
2 ) lieber den Ursprung der Octaven vergl. Untctellr, p. 3334 I4ro. 1 und <?inAttena, 8tor. >1. lett. itril.. Ucbers. v. /I?rvtt!,UI. 248. Genaueres über diese interessante Frage haben wir inBlanc's hoffentlich bald erscheinender italienischen Grammatik znerwarten.