Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
XLVIII
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Xl,vm

Giovanni Boccaccio.

und Trutz mit einem Wartthurme versehen. Eines der-selben ist es, das Boccaccio von seinen Vorfahren über-kommen, und in dem ec Jahre lang den Studien nachhing.Cosmus ll. ließ es durch eine Inschrift bezeichnen; imvorigen Jahrhundert ward es von einer Weberin bewohnt.Zufällig stieß eines Tages die alte Frau an eine über-tünchte Blendnische: der verborgene Raum lag nun offen,und sie fand ein umfangreiches Paquet Papiere- Denktman daran, daß nach Boccaccio's eigner Erzählung diedreizehn Schlußgesange der göttlichen Komödie nach desDichters Tode in ganz ähnlicher Weise gefunden wurden,so liegt die Vermuthung nahe, daß jene Papiere Bedeu-tendes enthalten haben mögen. Jndeß hatte jene Altein seltsamer Furcht, daß Gottloses darin stehen könne, dasganze Paquet dem Feuer übergeben!

Jetzt hat die kunstsinnige Marchesa Carlotta Lenzoni(geborene Medici) das Haus angekauft und ganz im Stvledes 14. Jahrhunderts wiederherstellen und mit Hausgerä-the versehen lassen. Ein Frescobild von Benvenuti's ge-schickter Hand, welches Boccaccio schreibend darstellt, schmücktdessen Arbeitszimmer, und die alterthümlichen Schränkeenthalten eine reiche, nurBoccaccio betreffende, Bibliothek').

Noch lebt im Munde des Volkes der Dichter, der sichnach diesem Städtchen, zu nennen pflegte. Gleich Virgilhat ihn die Sage halb zum Zauberer gestaltet. Eertaldonahe gegenüber liegt ein regelmäßig abgerundeter anmuthi-ger Hügel, der dem Volke Poggio del Boccaccio heißt*).Allnächtlich, so wird erzählt, bauete Boccaccio sich von Eer-taldo nach jenem Hügel, auf dessen Gipfel ec einen reichenund dicht verwachsenen Garten besaß, eine luftige Brücke,

1) in der Florentiner sentoloxü» tleo. 59. >>. 86 ff.l-'aierN a. a. O.

2) Targioni Tozzetti, Reisen durch verschiedene Gegendendes G.-H. Toscana. Auszug von Jagemann. Leipzig, 1787.II. 291. 92.