Xl.IV
Giovanni Boccaccio.
ßen Haufen zu erklären'), sondern schon nach etwa dreiMonaten nöthigte ihn schwere Krankheit, seine Vorlesungenzu unterbrechen"). Mannigfache Uebel verbanden sich mitdemselben ekelhaften Ausschlage, an dem früher auch seinFreund Petrarca gelitten"), und ein ungedruckter Briefschildert in den grellsten Farben den unleidlichen Zustand,in dem er sich Monate lang befand ^). Gewissensbissequälten ihn, und voller Schrecken sah er dem Tode ent-gegen; noch einmal indeß gab ihn entweder seine kräftigeNatur, oder die Kunst des Arztes") dem Leben zurück.
Außer der körperlichen Schwache aber, welche die Krank-heit zurückließ, und die ihn nie mehr verlassen sollte, drückteein tiefer geistiger Schmerz wahrend des kurzen Restes sei-nes Lebens ihn nieder. In der Nacht vom l 8. zum19. Juli 1371 war Petrarca in Arquä am Schlage ge-storben, und mit Recht schreibt Boccaccio in dem schonerwähnten Briefe an den Schwiegersohn des Verstorbenen:„er hat mich in dieser Welt, wie in einem Schiffe, dasohne Steuermann in einem unruhigen Meere umhergetrie-ben wird, zurückgelassen""). In seinem Testamente vom4. April hatte Petrarca seinem Freunde 50 Goldgüldenvermacht: „um sich ein Winterkleid zu seinen nächtlichenStudien zu kaufen"'). Boccaccio nahm das Legat dank-
1) Seine Antwortssonette, in denen er selber sein Unterneh-men fast bereut, finden sieb in der Baldelli'schen Sammlung derUime IXeo. VII—XI. p. 4—6 vgl. i>. 118.
2 ) Vergl. den Brief an Franz von Brossano vom 3. Novem-ber 1314 bei Vitn 4mbr. Vom. p. 66VI.
3) Lpist. sen. III. 4.
4) LaickeUr, p. 199—201.
5) Daß er einen solchen in einer früheren Krankheit (1364)zugezogen, wurde ihm von dem bekannten Feinde der Aerzte, Pe-trarca (Lpist. sen. V. 4), sehr verdacht.
«) De Sade, Uebers. III. 895.
i) De Sade, Uebers. III. 830. 31.